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Japan umgarnt China mit Audienz beim Kaiser. | Peking soll für ostasiatische Gemeinschaft gewonnen werden. | Tokio. Mit starken Gesten bemühen sich die japanische und chinesische Regierung um wärmere Beziehungen. Nach einer jahrelangen Eiszeit reagieren die Politiker damit auf die bereits enge ökonomische Verzahnung zwischen Asiens größten Volkswirtschaften. "Für beide Seiten ist es jetzt wichtig, das politische Verhältnis zu verbessern", erklärt Sven Saaler, Professor für Zeitgeschichte an der Sophia-Universität in Tokio. Der japanische Premierminister Yukio Hatoyama will China für eine ostasiatische Gemeinschaft gewinnen. Weil er die Eigenständigkeit Japans im Sicherheitsbündnis mit den USA betont und Chinas Anspruch auf Vorherrschaft in Asien nicht offen in Frage stellt, kann Peking ihm leichter entgegenkommen.
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Beide Seiten setzen dabei auf Symbole: So bewilligte die japanische Regierung Chinas Vizepräsident Xi Jingping eine außerordentliche Audienz bei Kaiser Akihito, obwohl die chinesische Seite die Begegnung über diplomatische Kanäle nicht rechtzeitig genug beantragt hatte. In Chinas Medien erhielt Hatoyama dafür hohes Lob. Bei seiner Einreise in Japan am Montag erklärte Xi, er wolle Vertrauen, Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen den beiden Nachbarn fördern. Mit dem Tenno traf er am Dienstag zusammen.
Japaner in Peking
Zuvor hatte Chinas Präsident Hu Jintao in Peking die bisher größte Delegation aus Japan persönlich begrüßt. Die 600 Japaner mit Ichiro Ozawa, Generalsekretär der regierenden Demokratischen Partei (DPJ), an der Spitze waren in fünf Flugzeugen angereist. Neben mehreren hundert Wirtschaftsvertretern gehörten auch 140 DPJ-Parlamentsabgeordnete dazu, denen Hu für ein Foto einzeln die Hand schüttelte. Ozawa verzichtete ausdrücklich auf Kritik an den Menschenrechten und wurde von Hu als alter Freund des chinesischen Volkes gewürdigt. Das waren ungewohnte Töne - noch im Frühjahr 2005 hatte die chinesische Regierung anti-japanischen Unruhen im Land mehr oder weniger freien Lauf gelassen.
Premier Hatoyama will Japan enger in Asien einbetten und innerhalb der Region mit China intensiver zusammenarbeiten. Auch das mächtige Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) setzt auf Asien als neuen Wachstumsmotor. "Asien ist für uns nicht ein Exportmarkt, sondern ist auch mit unserer Binnennachfrage verbunden", betont Meti-Minister Masayuki Naoshima. Die Wirtschaftsleistung des Kontinents wird sich nach Ansicht der Regierung bis 2020 verdoppeln. Die größte japanische Supermarktkette Seven & I will ihren Umsatz in China bis 2015 auf rund 3 Milliarden Euro verfünffachen.
Vize-Premier Xi gilt als aussichtsreichster Anwärter auf die Nachfolge von Präsident Hu. Hatoyama wollte ihn mit der Sonderaudienz bevorzugt behandeln.
Kritik von Opposition
Die Opposition kritisierte den Premier zwar dafür, den Kaiser für politische Zwecke zu benutzen. Auch in seiner eigenen Partei regte sich Widerspruch. Hatoyama sei von Ozawa, der seit Jahren in der DPJ die Fäden zieht, von China aus zu der Sondererlaubnis gezwungen worden, berichteten japanische Medien. Aber die Annäherung an China wird in Japan bisher kaum hinterfragt. "China wird nichts anderes übrig bleiben, als auf Hatoyamas Integrationsbemühungen einzugehen", meint Historiker Saaler. Es werde Chinas Ansehen und Einfluss eher schaden, wenn es Japan in Asien isolieren würde. Das Gleiche gelte natürlich auch für Japan.
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