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Ziel: Teilzentrale Matura am 30. Juni im Ministerrat. | Erste Mathematik-Beispiele Ende 2009. | Wien. Die teilzentrale Matura soll österreichweit die Vergleichbarkeit der Leistungen und Objektivität gewährleisten. An den AHS soll sie bereits 2014 Realität sein. An den BHS ein Jahr später, weil dort die Oberstufe fünf Jahre dauert und man daher ein Jahr länger an Vorbereitung benötigt. Denn die Reifeprüfungsarbeiten sind - wie die Bildungsstandards für die Unterstufe - Standards für die Oberstufe.
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Am Mittwoch haben sich Unterrichtsministerin Claudia Schmied und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon neuerlich getroffen, um ihre Standpunkte abzuklären. "Konstruktiv und zielorientiert" ist dieses Treffen laut Unterrichtsministerium verlaufen, "sehr konstruktiv und sehr amikal" schätzte Amon die Gespräche ein. Heute, Donnerstag, werden die Verhandlungen fortgesetzt.
Schmieds Ziel ist es, die Matura-Reform am 30. Juni in den Ministerrat zu bringen. Amon zeigte sich zuversichtlich, "das vor dem Sommer hinzubekommen".
Schulschwerpunkte weiterhin möglich
Standardisiert - also mit vorgegebenen Fragen und konkreten Korrekturanleitungen - wird nur die schriftliche Matura sein. Schriftlich muss in drei oder vier Fächern maturiert werden - je nachdem ist dann die mündliche Matura in zwei oder drei Fächern.
Die standardisierte Matura wird es in Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, Latein, Griechisch und Mathematik geben.
Für andere schulautonome Schwerpunkte wie Informatik oder Russisch ist die Kandidatenanzahl zu gering, um überhaupt in eine Testung zu gehen. Diese Fächer werden daher weiter an den Schulen dezentral geprüft. Man werde den Lehrern aber hilfreich zur Seite stehen, erklärte Peter Simon vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) in Wien, das die Zentralmatura organisiert.
Englisch wurde heuer bereits zum zweiten Mal an 88 Pilotschulen und 206 Regel-AHS getestet. Auch Italienisch und Spanisch wurde bereits getestet. Lebende Fremdsprachen sind einfacher zu standardisieren, weil es dafür einen vom Europarat in jahrzehntelanger Arbeit erstellten Referenzrahmen gibt. Für Griechisch und Latein wird es in zwei Jahren ein testbares Maturapaket geben.
Schwieriger gestalten sich die Standardisierungen für Mathematik. Dort sei auch denkbar, dass für das Gymnasium und das Realgymnasium unterschiedliche Standards kommen. Ende des Jahres, so Simon, werde es erste Modellbeispiele für eine standardisierte Mathematikmatura geben. An diesen könne gezeigt werden, wie das Modell der Grundkompetenzen zu verstehen sei, sagt Simon.
Deutsch-Standards am schwierigsten
Was die Kritik der Mathematiker - darunter Rudolf Taschner - betrifft, meint der Bifie-Experte, dass es ein Missverständnis des Begriffs "Grundkompetenzen" gebe. Grundkompetenzen sollen nachhaltig vorhanden sein, darauf soll alles andere aufbauen. Die Orientierung an Grundkompetenzen hindere einzelne Schulen nicht, schulautonome Schwerpunkte zu setzen. Die Komplexität der standardisierten Mathematikbeispiele werde möglicherweise geringer sein, aber auch die Planbarkeit der Schüler. Denn diese bekämen nicht ein vorher geübtes Beispiel mit anderen Zahlen, sondern müssten rasch mit ihrem Grundwissen reagieren.
Noch schwieriger sei aber die Standardisierung der Muttersprache. In Europa gebe es divergierende Entwicklungen: Von sehr kompetenzorientiert zu sehr inhaltsorientiert. In Österreich werde man eher Richtung Kompetenzorientierung gehen, sagte Simon. Bei Deutsch stehe man aber noch am Anfang der Entwicklung. Ein Jahr Zeit werde man für erste Beispiele noch brauchen.
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