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Berlin. Das Überleben des angeschlagenen deutschen Versandhauses Quelle ist offenbar vorerst gesichert. Das Unternehmen erhält vom Bund und den beiden Bundesländern mit Quelle-Standorten, Bayern und Sachsen, einen Massekredit über 50 Millionen Euro, wie Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) und Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) am Montagabend nach einer Sitzung des interministeriellen Bürgschaftsausschusses erklärten.
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Quelle könne der Kredit genehmigt werden, sobald eine Genehmigung der EU-Kommission vorliege. Damit werde im Verlauf des Dienstags gerechnet, erklärte Fahrenschon.
Die Landesregierungen von Bayern und Sachsen sollten laut Fahrenschon ebenfalls am Dienstag den Beschluss bestätigen und ihre Förderinstitute mit der Kreditvergabe beauftragen. Die zuständigen Bundesministerien für Wirtschaft sowie Finanzen beauftragen parallel die staatliche Förderbank KfW. Der Kredit soll zur einen Hälfte vom Bund und zur anderen Hälfte von den beiden Bundesländern kommen.
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) begrüßte in einer gemeinsamen Erklärung mit Fahrenschon die Zustimmung des Bundes zu der Soforthilfe. Damit bekomme Quelle "in schwieriger Lage endlich eine faire Chance. Das hätten das Unternehmen und die 10.000 Familien der Quellemitarbeiter verdient und das sei auch verantwortbar." Die nächsten Wochen und Monate müssten nun allerdings konsequent genutzt werden, erklärten die CSU-Politiker. Quelle habe noch einen schwierigen Weg vor sich. Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers begrüßte die Entscheidung als "faire Chance".
Die Entscheidung des Bundes über Staatshilfen für Quelle hatte sich in den vergangenen Tagen zur Hängepartie entwickelt. Ursprünglich hatte der Versandhändler eine Rettungsbürgschaft von 50 Millionen Euro beantragt, damit das Unternehmen von seinen Banken wieder Geld bekommt. Dies wurde jedoch abgelehnt. Stattdessen prüfte die Bundesregierung einen Notkredit in gleicher Höhe.
Von dem nun erteilten Darlehen verspricht sich der Bund einen besseren Schutz seines Geldes. Bei dem Massekredit wird der Bund bei einem möglichen Aus von Quelle unter allen Geldgebern aus den verbliebenen Unternehmenswerten - der Insolvenzmasse - zuerst entschädigt. Quelle hat in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiter, 6000 davon in Bayern.
Quelle-Beschäftigten fiel nach dem Ja zu einem Notkredit für das insolvente Versandhaus ein Stein vom Herzen . "Es herrscht riesige Erleichterung", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ernst Sindel.
Trotz des staatlichen Notkredits ist das Überleben von Quelle nicht endgültig gesichert, so der deutsche Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). "Quelle ist mitnichten gerettet", sagte Guttenberg am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Das Unternehmen habe lediglich eine "faire Chance" bis zum Jahresende bekommen. Der Kredit könne auch für eine geordnete Insolvenz dienen.
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