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Viel Geld schlummert unter Kopfkissen und Matratzen

Von Rosa Eder

Wirtschaft

In Russland gibt es ein erhebliches Potenzial an Privatanlegern. "Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass die Russen kein Geld haben", sagte Sergei Avramov vom Sachverständigenausschuss für Wertpapierrecht und Wertpapiermärkte der Staatsduma der Russischen Föderation gestern beim 6. Internationalen Finanz- und Wirtschaftsforum (ifw) Wien.


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Aus Mißtrauen gegenüber den lokalen Finanzinstitutionen würden die wohlhabenden Russen ihr Geld allerdings am liebsten an zwei Orten verwahren: "entweder unter dem Kopfkissen oder unter der Matratze", bedauert Avramov. Im Land schlummere ein potenzielles Anlagevermögen von 50 Mrd. bis 100 Mrd. Dollar.

Laut einer Umfrage bei investitionsbereiten und entsprechend "betuchten" Privatanlegern würden 80% ausländischen Finanzinstituten ihr Geld anvertrauen, davon wiederum ziehen 14% US-Institute und 84% europäische Institute vor.

Während in der westlichen Welt die Investmentfondsbranche boomt, fehlen in Russland noch die rechtlichen Grundlagen. Laut Avramov gibt es derzeit etwa 500 sogenannte "Aktionärs-Investmentfonds". Es sind dies Aktiengesellschaften, bei denen die Investoren zu Mitaktionären werden. An dieser Form der Geldanlage, die aus der Voucher-Privatisierung Anfang der 90er Jahre hervorgegangen ist, seien derzeit "mehrere Millionen" Russen beteiligt, sagte Avramov am Rande der Tagung zur "Wiener Zeitung". Darüberhinaus kann in 50 "Anteils-Investmentfonds" - davon wurden zwei mit ausländischem Kapital gegründet - investiert werden.

Ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für Investments den internationalen Standards angepasst werden. Unter anderem soll ermöglicht werden, dass die Aktionärs-Investmentfonds ihr Stammkapital erhöhen können.