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Vom Müßiggang zur Wellness

Von Hans-Paul Nosko

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Pünktlich zu den heißesten Tagen hat das Radiokolleg dieser Woche eine Reihe zum Thema "Badekultur und Kurbäder" gebracht. Donnerstag war zu erfahren, dass, wer im 19. Jahrhundert eine Reise antrat, dafür eine Rechtfertigung benötigte. Es war quasi ein Vorwand dafür zu finden, eine Zeit lang nicht zu arbeiten, sich etwa auf einer Kurpromenade dem Müßiggang zu ergeben. Als Entschuldigung konnte zweierlei herhalten: Die Sorge um die eigene Gesundheit oder eine Reise auf den Spuren berühmter Männer.


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Was ist mehr als hundert Jahre später davon geblieben? Der Begriff "Gesundheit" wird von der Tourismusindustrie gerne fallen gelassen, weil er in sich ja das Gegenteil, die Krankheit, birgt - und das wäre schwer zu verkaufen. Man sagt "Wellness", da das deutschsprachige "Wohlbefinden" zwar dasselbe meint, aber weniger trendy klingt. Die Spuren berühmter Männer sind auch aus der Mode gekommen, und Erklärungsbedarf für einen Urlaub besteht überhaupt nicht mehr. Zum Glück.

medienkritik@wienerzeitung.at