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Warum Schweigen in Firmen nicht Gold ist

Von Rainald Edel

Wirtschaft

Mitarbeiter in | heimischen Firmen | werden oft nicht | informiert. | Mehr Geld für Kommunikation nach außen als für Mitarbeiterinformation. | Wien. Kommunikation in Unternehmen ist Goldes wert. In diesem Punkt stimmen Topmanager aus Österreich, Deutschland und der Schweiz überein. Laut einer aktuellen OGM-Umfrage im Auftrag von Trimedia Communications und der Beratergruppe Neuwaldegg unter rund 300 Führungskräften aus dem deutschsprachigen Raum halten neun von zehn Topmanagern Kommunikation für einen wichtigen Werttreiber.


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Marion Weber, Mitglied der Geschäftsleitung beim Personalberater Kienbaum, streicht die Bedeutung von Kommunikation im Recruiting-Prozess hervor. Unternehmen müssten nach außen hin klar machen, warum gerade sie die interessanteste Firma seien. "Bis 2015 wird rund ein Viertel weniger Mitarbeiter in der begehrten Altersklasse von 30 bis 45 Jahren zur Verfügung stehen als heute", erklärte Weber im Rahmen eines von Trimedia Communications veranstalteten Expertengesprächs am Dienstagabend.

Aufputz für das Image

Vor allem Unternehmen, die nicht so bekannt sind, müssten an ihrem Image arbeiten, um für Bewerber attraktiv zu sein.

Weber rät dabei zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen der Kommunikations- und der Personalabteilung. Nur so könne die Personalabteilung authentisch die beruflichen Möglichkeiten in ihrem Unternehmen darstellen.

Was die interne Unternehmenskommunikation betrifft, so verzeichnen die Experten noch viel Aufholbedarf bei heimischen Firmen. Peter Thier, Pressesprecher der Erste Bank Österreich, glaubt den Grund für die stiefmütterliche Behandlung der internen Kommunikation zu kennen. Unternehmen hätten Angst, dass das, was nach innen mitgeteilt wird, auch einfach nach außen gelangt und dann von den Medien aufgenommen wird.

Thier wies außerdem darauf hin, dass interne Kommunikation im Gegensatz zu externer anspruchsvoller sein müsste, da die Mitarbeiter die Firma schließlich genau kennen. Um sich hausinterner Kritik nicht aussetzen zu müssen, würden viele Vorstände der Devise "weniger ist mehr" folgen und den Kommunikationskanal zu ihren Mitarbeitern auf einem Minimum halten.

Sparen bei Mitarbeitern

Auch bei der Budgetverteilung zeichnet sich eine klare Bevorzugung der externen gegenüber der internen Unternehmenskommunikation ab. Nur ein Fünftel des Geldes, das man zur Information der Öffentlichkeit oder der Aktionäre verwendet, wird für die Information der Mitarbeiter eingesetzt.

Dabei erfüllt der Gesprächskanal zwischen oberster Ebene und den Mitarbeitern laut Robert Naller, Geschäftsführer von Talking Brands, einen wichtigen Zweck: Interne Kommunikation motiviert die Angestellten und macht diese zu Botschaftern des Unternehmens, so Naller. Welchen konkreten Einfluss die interne Kommunikation auf den Erfolg eines Unternehmens hat, ist allerdings schwer messbar. "Am ehesten erkennt man gute Kommunikation an sinkenden Krankenstandstagen und einer geringeren Fluktuation", erklärt Martin Bredl von der Telekom Austria.

Die Telekom Austria setzt im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern auf modernste Kommunikationsformen, nämlich die Möglichkeiten des interaktiven Web 2.0 wie etwa ein firmeninternes Nachschlagewerk (Wiki). Darin kann jeder Mitarbeiter nicht nur nach Antworten suchen, sondern auch sein eigenes Wissen einspeisen. "Klassische Mitarbeiterkommunikation via E-Mail hat einen großen Haken: Die Information wird vom Empfänger abgelegt, und kein anderer Mitarbeiter kann darauf zugreifen", so Bredl.