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In Wien hat die Hälfte der Arbeitslosen maximal einen Pflichtabschluss.
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Wien. Viele Angebote gibt es bereits, einige sollen noch ausgebaut werden, neue kommen dazu. Festgehalten wurden die Maßnahmen zur Förderung der Menschen mit geringer bis gar keiner beruflicher Qualifikation nun in einem "Qualifikationsplan Wien 2020", der am Mittwoch von Vizebürgermeisterin Renate Brauner präsentiert wurde. Erstmals kamen alle an einem Tisch, die Stadt, Sozialpartner und Bildungseinrichtungen. Ziel ist es, den Anteil von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss in Wien bis zum Jahr 2020 messbar zu reduzieren. Und die Zahlen sprechen für sich: 53.980 Arbeitslose im Dezember 2012 haben maximal einen Pflichtschulabschluss. Insgesamt gab es 97.071 Arbeitslose in Wien.
Auf den ersten Blick enthält der Qualifikationsplan vieles, was ohnehin schon angeboten wird, wie etwa das Lehrlingscoaching, das die Wiener Wirtschaftskammer (WWK) seit Oktober anbietet. Der Plan sei eine Ergänzung, sagt WWK-Präsidentin Brigitte Jank.
"Gemeinsamer Kraftakt"
Konkret sollen drei Schienen verstärkt bespielt werden: die gesamte Schul- und Berufsbildung, die Erwachsenenbildung und Information/Motivation. Es sei ein gemeinsamer Kraftakt. Die "Wiener Ausbildungsgarantie" gibt es ja bereits. Nun soll verstärkt auf Betriebe eingewirkt werden, damit jeder Jugendliche, der eine Lehrstelle sucht, auch eine bekommt. Sozialarbeiter werden verstärkt in Schulen unterwegs sein und die Jugendlichen coachen.
Bei der Erwachsenenbildung wird der Waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) seine Förderungen gezielt auf gering Qualifizierte richten. Immerhin wird man vom Waff beim Nachholen von Bildungsabschlüssen mit bis zu 3000 Euro gefördert.
Die Anerkennung von mitgebrachten Ausbildungen aus dem Ausland ist ein weiteres Ziel. "Migranten arbeiten oft unter ihren Qualifikationen", sagt Gabriele Philipp vom Waff. 60 Prozent der Migranten hätten entweder einen höheren Schulabschluss oder eine akademische Ausbildung. "Es ist ein Wahnsinn, die Kompetenz auf der Straße liegen zu lassen", so Philipp. Der Waff wird dazu zu einer Anlaufstelle für Information, Beratung und Abwicklung der Anerkennung von mitgebrachten Bildungsabschlüssen ausgebaut.
Während das Arbeitsmarktservice Wien an einem "Qualifikationspass" arbeitet, in dem alle Bildungsschritte dokumentiert sein sollen, geht der Waff auf Tour. Der Fonds startet ab Mai in jedem Bezirk Informations-Veranstaltungen und hofft, dass die Jugendlichen auch weiterkommen wollen im Beruf.

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