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Das Problem der sinkenden Fernsehquoten des ORF geht schön langsam an die Existenzgrundlage der beiden Fernsehprogramme. Erstmals fiel der ORF im Juni 2017 beim Marktanteil unter die 30-Prozent-Marke. 29,8 Prozent weist die Statistik für Juni 2017 aus - im Juni 2016 waren es noch 32,3 Prozent gewesen. Sicherlich, die Fußball-WM hatte damals vor allem ORFeins gestützt, darum tut der Absturz hier besonders weh: Von 17,4 Prozent auf 9,6 Prozent, das ist tatsächlich dramatisch. Von einer "Marktführerschaft" im generellen Sinn kann man hier nicht mehr sprechen, auch wenn ORF2 noch immer der stärkste Einzel-Sender ist (20,2 Prozent).
Problematisch ist vor allem, dass ja auch ORFeins der Hauptträger der Werbung ist, die ja immer die jüngere Zielgruppe sucht (warum auch immer man das Geld jüngerer als relevanter ansieht als das älterer Kunden). Eine Gegenstrategie zum Abbau ist im ORF eigentlich nicht erkennbar. Es scheint fast, man hat die gefährlichen Abwanderungstendenzen ins Streaming noch immer nicht zur Kenntnis genommen. Wenn man weiterhin so tut, als wäre alles okay, wird tatsächlich die ganze jüngere Generation dem linearen Fernsehen und damit dem ORF Adieu sagen. Der massive Aufbau von starken, exklusiven Eigenproduktionen, mit denen man das Publikum bindet, findet aber in zu geringem Ausmaß bis gar nicht statt. Das ist unverständlich, denn an den Ressourcen dürfte es angesichts der nahezu 700 Millionen Euro an Gebühren pro Jahr eigentlich nicht scheitern. Oder man wartet einfach, bis wieder einmal der Fußball die Quote rettet. Sofern man die Rechte dafür bekommt.

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