Zum Hauptinhalt springen

Wenn die Chemie nicht stimmt

Von Christina Böck

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 12 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die gute Nachricht an sich hat in Journalistenkreisen nicht das beste Image. Positives lässt sich nicht so reißerisch verkaufen, das weiß man ja. Deswegen hört man nicht selten: "Zeitung les ich nicht, Nachrichten schau ich nicht mehr, weil da sieht man eh nur Grauslichkeiten." Manche Medien machen deshalb in unregelmäßigen Abständen ganze "Good News"-Ausgaben. Nun hat eine Studie, nicht besonders überraschend, herausgefunden, dass man damit nicht so falsch liegt: Gute Nachrichten leiten Menschen ihren Freunden lieber weiter als schlechte Nachrichten. Wissenschaftliche Entdeckungen und Witziges sind da der Renner.

So ein Renner war kürzlich auch ein Video, in dem die deutsche Schauspielerin Katja Riemann recht deutlich macht, dass sie auf dieses Interview keine Lust hat. Nun ist klar, dass zum Gelingen eines Interviews auch die Chemie zwischen den Gesprächspartnern ansatzweise stimmen muss. Insofern ist es vielleicht keine gute Idee, eine ohnehin berüchtigt schwierige Künstlerin zu einem Spezialisten für Banalitäten ("Wie haben die das mit ihren Haaren gemacht?") auf die Couch zu setzen. In Journalistentrainings auf der ganzen Welt dürfte dieses Video ab sofort in Dauerschleife laufen: "Wenn ihr Interviewpartner mit verschränkten Armen in Embryonalstellung nach vorn und hinten wippt, haben Sie möglicherweise etwas falsch gemacht." Schlechte Nachrichten trotzdem: Riemann hat nun als Folge des TV-Skandälchens ihre Facebook-Seite sperren lassen. Das ist dann doch etwas wehleidig. Wer austeilen kann, sollte auch ein paar Kommentare dazu einstecken können.