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"Wichtiger Schritt für Wachstum"

Von Christine Zeiner

Europaarchiv

Ökonomen sehen Regelung positiv. | Wien. Heimische Wirtschaftsexperten sind sich einig - fast: Die Dienstleistungsrichtlinie sei "ein ganz wichtiger Schritt um näher an die Wachstumsziele der EU zu kommen", sagt Bernhard Felderer, Leiter des Instituts für Höhere Studien. "Besser als gar nichts", urteilt Fritz Breuss, Experte des Wirtschaftsforschungsinstituts. Es seien so viele Bereiche ausgenommen, dass der Aufwand fast nicht mehr dafür stünde, scherzt Breuss gegenüber der "Wiener Zeitung".


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Der Ökonom gibt Felderer allerdings Recht: Soll Europas Wirtschaft wachsen, müsse der Binnenmarkt gestärkt werden. "Der Status quo war schlecht, weil die Hemmnisse vor allem für Kleingewerbetreibende zu groß waren", sagt Breuss. Die sinkenden Handelshemmnisse werden der europäischen Wirtschaft laut Felderer gut tun. Mehr Wettbewerb sei der Schlüssel zu mehr Wachstum: "Wenn Europa im Dienstleistungssektor nicht mehr Wettbewerb bekommt, werden wir weiter hinter den USA bleiben", sagte Felderer gestern, Donnerstag, vor Journalisten.

Österreich werde jedenfalls von der Regelung profitieren, sagt Breuss: "Das ist ja keine Einbahnstraße. Es werden mehr Österreicher im EU-Ausland arbeiten als umgekehrt." Die Sorge der Gewerkschaften vor einem Sozialdumping teilen Breuss und Felderer nicht. Werde eine ausländische Firma beispielsweise im Baugewerbe in Österreich tätig, dürfe diese etwa den Kollektivvertrag nicht unterbieten.