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Die "Austrian Business Agency" (ABA) ist die offizielle Stelle für Neugründungen ausländischer Investoren in Österreich. Anlässlich der Gründungs- und Franchisemesse befragte die "Wiener Zeitung" ABA-Geschäftsführer René Siegl zur Attraktivität Wiens als Wirtschaftsstandort.
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1998 wurde die "Austrian Business Agency" (ABA) unter der Leitung von René Siegl von einer international besetzten Jury zur "Agentur des Jahres 1997" gekürt. Eine Auszeichnung für eine österreichische Institution, die, so Siegl, die "Rekordergebnisse der letzten vier Jahre in Serie" widerspiegelt.
Das 1982 gegründete Unternehmen befindet sich seit 1995 im alleinigen Eigentum des Wirtschaftsministeriums. Laut Siegl ist das Unternehmen in vier Abteilungen gegliedert:
Die Investorenakquisition, die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, die die gesamte Imagearbeit für den Standort Österreich trägt, weiters die Abteilung "Location Austria", welche sich um Österreich als Filmstandort kümmert, sowie die allgemeine Abteilung für Finanz, Personal und Administration.
Da es sich, laut Siegl, hauptsächlich um ein "Beratungsgeschäft" handelt, sind seine MitarbeiterInnen hochqualifiziertes Personal, die letztendlich für "alle Branchen kompetente GesprächspartnerInnen" sein müssen. Und dazu ist, wie Siegl weiter ausführt, "eine mindestens zehnjährige Berufserfahrung erforderlich, vorzugsweise aus dem Finanzdienstleistungs- oder Industriebereich, um die internationale Dimension unseres Geschäftes zu bewältigen."
Siegl selbst kennt sein Metier. Neben seiner profunden Erfahrung im Banken- und Industriesektor war er jahrelang für die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing der Industriellenvereinigung verantwortlich und befasste sich danach sechs Jahre mit "Österreich als Wirtschaftsstandort". Wie er heute sagt, richtete er seine Blickrichtung damals "eher auf die Schwächen des Standortes Österreich", wobei es jetzt darum geht "ausschließlich die Pluspunkte herauszuarbeiten".
Rekordergebnisse in Serie
Wie wurden die Latten der letzten Jahre gelegt? Mit der üblichen Jahresplanung erreichte das ABA, so Siegl, in den letzten vier Jahren ein Rekordergebnis in Serie. Mit einem jährlichen Budgetvolumen von "62 Mill. Schilling für 2000 konnten rund 6.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden".
Wo liegen nun die komparativen Kostenvorteile Österreichs, respektive Wiens? Bei den Bürokosten weist Wien "reine Kostenvorteile gegenüber anderen Ländern auf" - Wien ist unter den "Top-50" an erster Stelle. Bei den Transportkosten liegt Wien "ganz gut". Die Unternehmensbesteuerung bezeichnet Siegl als "kompetitiv", die "hohe Arbeitsproduktivität relativiert sicherlich die hohen Lohnnebenkosten" und sichert hier, laut ABA, die Wettbewerbsfähigkeit.
Internationaler Vergleich
Mit hohen Erwartungen sieht Siegl den geplanten gewerberechtlichen Veränderungen entgegen, die seiner Meinung nach dazu beitragen würden, dass sich Österreich im internationalen Vergleich besser präsentieren kann. Insbesondere in der Verbesserung von derzeitigen "Zuordnungsproblemen" und ebenfalls bei "Betriebsanlagengenehmigungen" ist Siegl "für die Zukunft optimistisch". Weitere positive Einflussfaktoren für Investoren wären laut Siegl: "Reduktion der Lohnnebenkosten" sowie die "Liberalisierungsschritte bei Gas und Strom und die Liberalisierung des Arbeitszeitrechtes". Die Gefahr eines "Lohndumpings" bestünde laut Siegl nicht, da es sich hier "eher um den Versuch eines Angleichens an einen europäischen Durchschnitt handelt".
Könnte man Wien als "Point-of-Sale" sowie als "globales Kompetenzzentrum" für potentielle Investoren bezeichnen? Der ABA-Chef spricht in diesem Zusammenhang vom unterschiedlichen Informationsstand der Investoren. Laut Siegl wird Wien in den letzten Jahren "sehr stark" als "Point- of-Sale für den östlichen Markt" wahrgenommen, wohingegen "Wien als Kompetenzzentrum mit globaler Wirkung erst von Konzernen wie IBM, Alcatel, Philips als sogenanntes Vorzeigemodell genutzt wird ."
Wien als Wirtschaftsstandort könnte sich als "Vorzeigeländer mit hohen 'Foreign Direct Investments´ (FDI´s)", so Siegl, "sicherlich die Niederlande, Belgien, Finnland oder Schweden anschauen".
Neue Märkte
Laut Siegl zeichnet sich ein neuer "Markttrend" durch die "Akquisitionspolitik der ABA" ab: "Österreich, respektive Wien, gilt immer mehr als Sprungbrett in die EU - unsere Osteuropakompetenzerhöhung ist mit rund 15 Prozent aus mittel- und osteuropäischen Staaten besser angenommen worden, als ich dachte", rundet Siegl das Bild der ABA-Rekordergebnisse ab, um sogleich mit dem Satz zu schließen: "Mit unserem gut funktionierenden Netzwerk an Landesorganisationen und Partnern würde ich uns gerne als kleine Drehscheibe bezeichnen, da wir neben dem klassischen Investitionsprojekt Joint-Ventures betreuen und eventuell für österreichische Unternehmen einen ausländischen Partner hereinbringen. Dadurch wären neue Vertriebswege und Technologien auch für österreichische Firmen gegeben".
Kontaktadresse: Austrian Business Agency: www.aba.gv.at; Opernring 3, 1010 Wien
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