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Der Wiener Aktienmarkt hat sich in der dritten Novemberwoche zumindest zeitweise von der internationalen Börsenentwicklung abgekoppelt und bewies damit wieder mehr Eigenleben. Die heimische Börse zeigte vor allem dann Muskeln, wenn international ein Trend nach unten angesagt war.
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Nach schwachem Wochenbeginn konnte Wien drei Tage in Folge zulegen, ehe am Freitag die Luft ausgegangen ist. Mit dem Ausbleiben der US-Investoren wurde es an der Wiener Börse zunehmend ruhiger. In den USA wurde nämlich am Donnerstag das Erntedankfest (Thanksgiving) gefeiert und am Freitag gab es nur einen verkürzten Börsenhandel. Vor allem institutionelle Investoren schlossen ihre Bücher vorzeitig und genossen das lange Wochenende in den USA.
Mit dem Ausbleiben der US-Investoren ist das Umsatzvolumen am österreichischen Aktienmarkt bis auf die Hälfte des Jahresdurchschnitts abgesackt.
Der Wiener Leitindex ATX, der noch am Montag um rund 10 Punkte auf 1.074,13 Zähler zurückgefallen war, schloß die dritte Novemberwoche mit 1.091,37. Gegenüber dem Vorwochenschluß von 1.084,74 Punkten bedeutet dies eine Verbesserung um 0,6%. Der den Gesamtmarkt umfassende WBI erhöhte sich nur um 0,3% auf 450,31 Zähler.
Deutlich besser entwickelten sich die im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte, die um 2,5% angestiegen sind. Hauptverantwortlich dafür waren neben Performance AG und CyberTron die Indexschwergewichte Jenbacher, Telekom Austria und BWT.
Einen gelungenen ersten Jahrestag an der Wiener Börse feierte die Aktie der Telekom Austria, die mehrmals ein neues Jahreshoch markierte und die Woche mit 9,31 Euro (plus 4,5%) nur um 10 Cent unter dem All time high schloß. Dazu beigetragen haben die besser als erwartet ausgefallenen Neunmonats-Zahlen sowie die anhaltenden Spekulationen für eine neue Eigentümerfrage. Seit Jahresbeginn hat die TA-Aktie bereits 55% zugelegt, während etwa der EuroStoxx Telecom Index mit knapp 30% im Minus liegt. CyberTron zogen - allerdings von einem sehr tiefen Niveau ausgehend - ebenfalls um 8,3% an.
Zu neuem Leben erwacht ist auch VA Tech. Die Investoren honorierten offensichtlich die doch etwas überraschend guten Neunmonats-Zahlen sowie die Hereinnahme eines 330 Mio. Euro-Auftrages aus der Türkei. Sehr positiv entwickelt haben sich in der Berichtswoche auch OMV und BWT.
Demgegenüber gab es für den Feuerfest-Konzern RHI wieder einen knapp 10%igen Rückschlag, was Händler vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Ebenfalls unter Druck geraten sind Austrian Airlines, Verbund und Head. Eher überraschend war der 3,2%ige Rückgang der Mayr-Melnhof, obwohl das Unternehmen heuer auf das bislang beste Ergebnis in der Konzerngeschichte zusteuert.
Im Specialist Market konnten Performance AG von den zuletzt verzeichneten Rückgängen mit plus 11,6% wieder etwas aufholen. Freundlich präsentierten sich auch Jenbacher (+5%), der Grazer Anlagenbauer Andritz (+4%) sowie UIAG (+3,6%) und HypoVereinsbank (+3,3%). Demgegenüber verloren Libro 6,2%, Euromarketing 3,2% und stage1.cc 3,1%.
Bei den im Auctions Market notierten Small Caps legten die Ottakringer Vorzüge um 9,9% sowie Kapital & Wert um 9,1% zu. Stadlauer verbesserten sich um 6,3%.
IFE und HTA Beteiligungs-Invest bröckelten dagegen um jeweils mehr als 10% ab. Am Freitag wurde der Handel in Vogel & Noot Wärmetechnik vorübergehend ausgesetzt, weil das Unternehmen mehrheitlich (81,5%) an den finnischen Industriekonzern Oy Rettig AB verkauft wurde.
Werner M, Szabó ist Redakteur der Zeitschrift bankundbörse
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