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Meinungsforscher fordert die Integration von Migranten in Unternehmen. | Wien. Migranten werden von Unternehmen zunehmend als relevante Zielgruppe gesehen und nicht länger als Problemfall, meint Peter Hajek. Am Dienstag präsentierte der Meinungsforscher eine Reihe von Statistiken, die einerseits Mängel in der Wahrnehmung von Migranten deutlich machte und andererseits die Relevanz der neuen Österreicher in der Wirtschaft unterstrich.
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Statistisch gesehen sind nicht eingebürgerte Ausländer für die Wirtschaft eine relevante Zielgruppe. Laut Statistik Austria liegt ihr Netto Jahreseinkommen mit knapp 18.000 Euro zwar unter jenem der Österreicher, eine kaufkräftige Gruppe sind sie aber allemal. Darüber hinaus hat man bei der zweiten Generation eine besonders hohe Zuneigung zu Markenprodukten festgestellt.
Hajek sieht aber Marketingstrategien, die in Migranten ausschließlich neue Konsumenten sehen, zum Scheitern verurteilt. "Komm türkische Frau, kauf österreichische Milch für deine türkischen Kinder. Das wird nicht funktionieren", so Hajek. Es reiche nicht, sich nur nach außen hin mit dieser Gruppe zu beschäftigen. "Migranten müssen nicht nur in die Gesellschaft, sondern auch in die Unternehmen integriert werden", sagt Hajek.
Wechselnde Klischees
Er verweist damit auf die Bilder von Migranten, die die Wahrnehmung dominieren. "Zuerst war der typische Migrant ein Gastarbeiter, dann ein nigerianischer Drogendealer und heute eine Frau mit Kopftuch." Das führt auch dazu, dass Probleme in der Integration als Regelfall und positive Beispiele als Ausnahme wahrgenommen werden.
Es existiert jedoch nicht nur ein wirtschaftliches Potenzial. Auch die Politik kann in dieser Gruppe viele neue Wähler binden. "Die FPÖ hat mit der serbischen Community als erste Partei gezeigt, wie das geht", so Hajek. Die Freiheitlichen hätten erkannt, dass diese Gruppe aus über 200.000 großteils bestens integrierten Menschen besteht, die man politisch für sich gewinnen kann.
17,8 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund oder eine andere Staatsangehörigkeit. Die dritte Generation wird nicht dazugerechnet, da diese Gruppe per Definition nicht zu den Migranten gerechnet wird.

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