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Work-Life-Balance für Team-Kicker

Von Christian Mayr

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Christian Fuchs (31), Ramazan Özcan (33), Markus Suttner (30), Zlatko Junuzovic (30) und nun Martin Harnik (30): Die seit der Euro 2016 eingesetzte Serie an Rücktritten von potenziellen Team-Stützen ist bestürzend und eigentlich für ein kleines Land wie Österreich nicht verkraftbar. Denn auffällig ist, dass alle Genannten im besten Fußballer-Alter und an sich kerngesund sind, aber sportlich leiser treten wollen und daher auf das Nationalteam pfeifen. Oder anders gesagt: "Volle Konzentration auf den Verein, mehr Zeit für die Familie", wie quasi alle diese Spieler begründeten. Sie wollen also - wie auch in der normalen Arbeitswelt zu beobachten - ihre Work-Life-Balance in Ordnung bringen. Das ist für alle hart arbeitenden Rest-Österreicher mit acht oder mehr Arbeitsstunden täglich natürlich ein Hohn, wenn man sich die mit viel Tagesfreizeit gesegneten Kicker so ansieht. Denn außer Training, Massage, Taktikschulung und einem Match am Wochenende ist da nicht so viel. Zumindest nicht so viel, dass man leichtfertig die Ehre, für sein Vaterland zu spielen, aufgibt. Freilich, wer seit Jahren nur noch im Ausland tätig ist und vielleicht eine zweite oder gar dritte Heimat sein Eigen nennen darf, verliert vielleicht schneller den Bezug zu Österreich - weshalb der Plan von Franco Foda, mehr auf Liga-Kicker zu setzen, richtig scheint. Was die Zurückgetretenen aber vergessen: Sie haben das Team als Sprungbrett für ihre Karriere bei Vereinen genutzt und so ihren Marktwert steigern können - es wäre daher auch eine moralische Pflicht, dem Team in schlechteren Zeiten zur Verfügung zu stehen. So wie es für Marc Janko (34) und Andreas Ulmer (32) selbstverständlich ist.