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War es der lange Aufenthalt bei Paris St. Germain (gar inklusive französisch-patriotischer Wertekurse)? Oder liegt es einfach nur an der Tatsache, dass Fußballer vielleicht weniger öfter in ein Geschichtsbuch schauen? Dass sich Zlatan Ibrahimovic selbst als Napoleon (des runden Leders) sieht, ist spätestens seit Dienstag amtlich. Wobei: Das sagen viele, wenn auch mit dem Unterschied, dass es sich dabei seltener um Fußballer, sondern um Bewohner geschlossener Anstalten handelt. Neu und zugleich auch amüsant bei Ibras jüngstem Auftritt als Kickerkaiser ist aber sein krudes Geschichtsbild, das er mit dem vor bald 200 Jahren im Exil auf einer Atlantikinsel verstorbenen Korsen verbindet. "Wie Napoleon habe ich in Europa jedes Land erobert, in dem ich Fuß gefasst habe", meinte der Schwede mit Blick auf die Titel, die er in den Niederlanden, Italien, Spanien und Frankreich geholt hatte. Und geht sogar noch weiter: "In den USA zu spielen, ist eine Option für mich. Vielleicht sollte ich ja tun, was Napoleon nicht geschafft hat, den Atlantik überschreiten und die Staaten erobern."
Wenn auch die Sache mit dem "Erobern" sicher lustig gemeint war, so ändert das nichts daran, dass Ibrahimovics Vergleich, mit Verlaub, historischer Unfug ist. Erstens hat Napoleon nicht jedes Land, in das er seinen Fuß setzte, erobert - man denke nur an die schwere Niederlage in Russland 1812. Und zweitens hatte er nie vor, Amerika anzugreifen - im Gegenteil, spielten doch die USA eher die Rolle des wohlwollenden Verbündeten. Was man wiederum von England, mit dem Napoleon zeit seines Lebens verfeindet war, nicht behaupten kann. Dieses Land zu erobern, war ihm nicht gelungen. Aber das dürfte dem Manchester-United-Legionär, der sich dort bisher nicht unbedingt ausgezeichnet hat, entgangen sein. Womit es mit der Eroberung Englands nichts werden wird.

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