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In der entscheidenden Phase der Regierungsbildung setzt die SPÖ auf eine Doppelstrategie: Parallel zu den vertraulichen Vier-Augen-Gesprächen von Parteichef Alfred Gusenbauer mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zeigt sich Bundesgeschäftsführerin Doris Bures unverdrossen zuversichtlich über die verbliebenen Chancen von Schwarz-Rot, während Klubobmann Josef Cap rhetorische Spitzen gegen die ÖVP im Allgemeinen und ihren Obmann im Besonderen formuliert.
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Auch auf hartnäckiges Nachfragen der Journalisten hin wollte Cap gestern keine Belege anführen, die dem Optimismus seines Vorsitzenden nach dem Gespräch mit dem Bundeskanzler vom Vortag als Grundlage dienen könnten. Statt dessen wiederholte der Klubobmann den bekannten Standpunkt der SPÖ, wonach es an der ÖVP sei, sich bei den strittigen Fragen zu bewegen, sollte sie eine schwarz-rote Koalitionsvariante tatsächlich ernsthaft in Betracht ziehen.
Auch sonst sah Cap keinen Anlass für ein Abgehen von bisherigen Standpunkten und Aussagen. Seine Kanzler-Charakterisierung als "Hietzinger Napoleon" wertete er als gelungene Beschreibung von dessen Selbstverständnis. Zudem sei Napoleon eine historische und noch dazu respektierte Persönlichkeit und Hietzing schlicht der Wohnort Schüssels.
Angesichts der Aussagen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer im ORF-"Report", wo sie meinte, für Schwarz-Rot bedürfe es eines "größeren Wunders", sei seine Hoffnung auf eine SPÖ-Regierungsbeteiligung nur von kurzer Dauer gewesen. "Fast wie ein schwarz-blauer Torpedo" sei die Ministerin aufgetreten, so Cap.
Wesentlich zuversichtlicher klang da schon die SP-Geschäftsführerin. Bures meinte, Schüssel verlasse offenbar den "Weg des Diktates" und setze Zeichen für einen "Weg des Dialogs". Für Scheinverhandlungen stehe die SPÖ jedoch keinesfalls zur Verfügung, so Bures im "Morgenjournal".
Unterdessen ging SP-Chef Gusenbauer abwartend in sein möglicherweise entscheidendes Vier-Augen-Gespräch mit Schüssel. Neuerlich betonte der SP-Vorsitzende, dass seine Partei für Koalitionsverhandlungen zur Verfügung stehe. Dabei sei es aber "völlig klar", dass die ÖVP nach ihrem morgigen Vorstandsbeschluss keine Parallelgespräche führen könne.
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