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Otto Ender ist in der österreichischen
Geschichte vor allem als Verfasser der ständestaatlichen "Maiverfassung"
relevant.
Als Landeshauptmann Vorarlbergs favorisierte er die "Schweizer
Lösung". 1918 bis 1920 trat er für den Anschluss an die
Eidgenossenschaft ein. In der Folge profilierte er sich als Verteter eines
weitgehenden Föderalismus.
1930/31 war Ender Bundeskanzler einer
Regierung, die sich selbst in der eigenen Partei kaum durchsetzen
konnte.
1934 arbeitete er im Auftrag von Dollfuß die autoritäre
Verfassung des Ständestaats aus, mit der die
Gesetzgebung, von Nationalrat und Bundesrat auf die Bundesregierung
übertragen wurde. Enders Artikel 1 "Österreich ist eine
berufsständische Republik" ersetzte Dollfuß durch "Österreich
ist ein Bundesstaat. Der Bundesstaat ist berufsständisch
geordnet..." Die sogenannte "Maiverfassung" wurde am 24. 4. 1934
kundgetan.
In manchen historischen Darstellungen wird Ender dennoch als
Vertreter des "demokratischen Flügels" der Christlichsozialen bezeichnet.
Dagegen spricht neben dem Verfassungsentwurf auch sein politisches Handeln. So
ließ er 1926 als Vorarlberger Landeshauptmann trotz des gesetzlichen
Verbotes der Zensur den Film "Panzerkreuzer Potemkin" in seinem Bundesland
verbieten.
Das Land Vorarlberg vergibt bis heute Stipendien der "Dr.
Otto-Ender-Stiftung" für Studenten, was aufgrund der Symbolik öfter
für Kritik sorgte. |