Kurt Schuschnigg: Erzwungener Rücktritt durch Nationalsozialisten
Kurt Schuschnigg

Lebensdaten

Aufzählung Geboren am 14. Dezember 1897 in Riva (Südtirol), Jurist und Politiker (CS, Christlichsoziale Partei)
Aufzählung 1927-1934 Abgeordneter zum Nationalrat
Aufzählung Gründete 1930 den christlichen Wehrverband "Ostmärkische Sturmscharen"
Aufzählung 1932 Justizminister
Aufzählung 1933/34 Unterrichtsminister
Aufzählung Von 29. Juli 1934 bis 11. März 1938 als Bundeskanzler auch Leiter des Unterrichts- und des Heeresministeriums
Aufzählung Gestorben am 18. November 1977
 

Links

Aufzählung Juliabkommen 1936
Aufzählung Österreichs Weg zum Anschluss
 

Literatur

Aufzählung Lucian O. Meysels : Der Austrofaschismus - Das Ende der ersten Republik und ihr letzter Kanzler, Amalthea, 1992.
 

Kurt Schuschnigg wurde am 14. Dezember 1897 in Riva del Garda geboren. 1922 ließ Schuschnigg sich als Rechtsanwalt in Innsbruck nieder.

Von 1927 bis 1933 war er Abgeordneter der Christlichsozialen Partei im österreichischen Nationalrat und von 1932 bis 1934 Justiz- und Unterrichtsminister unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß.

Nach dessen Ermordung am 25. Juli 1934 wurde Schuschnigg Bundeskanzler und amtierte gleichzeitig bis 1936 als Unterrichtsminister und bis 1938 als Außenminister. Schuschnigg setzte die autoritäre Staatsführung von Engelbert Dollfuß fort, festigte die Bindung an das Italien Mussolinis und propagierte Österreich als "zweiten deutschen Staat".

Nach Ausschaltung der Heimwehr wurde Schuschnigg 1936 Bundesführer der Vaterländischen Front, der von Dollfuß gegründeten konservativen Sammelbewegung. Schuschnigg versuchte durch das Juliabkommen 1936 und das Berchtesgadener Abkommen vom 12. Februar 1938 die Unabhängigkeit Österreichs zu sichern.

Am 9. März 1938 setzte er für den 13. März eine Volksabstimmung über den Erhalt der Eigenstaatlichkeit Österreichs an. Am 11. März 1938 trat er unter starkem Druck Nazideutschlands zurück. Arthur Seyß-Inquart, Schuschniggs Nachfolger als Bundeskanzler, vollzog den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Mit dem Einmarsch deutscher Truppe fand die Volksabstimmung unter gänzlich anderen Vorzeichen statt.

Kurt Schuschnigg wurde inhaftiert und blieb bis Ende des Zweiten Weltkrieges in Haft. 1948 wanderte er in die USA aus, und war von 1948 bis 1967 Professor für Staatsrecht an der Universität St. Louis/Missouri. 1956 und 1957 lehrte er auch an der Universität von Los Angeles. 1967 kehrte Schuschnigg nach Tirol zurück.

Kurt Schuschnigg starb am 18. November 1977 in Mutters bei Innsbruck.

Verweis Österreichs Kanzler und Präsidenten