• Artikel vom 24.02.2012, 19:07 Uhr

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Update: 27.02.2012, 16:03 Uhr
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Analyse

Umstrittener Einsatz für Serbien


Von Martyna Czarnowska

"Klar haben wir aus den letzten Erweiterungsrunden gelernt." Das versichern Vertreter der Europäischen Union immer wieder. So gut wie alle von ihnen räumen mittlerweile ein, dass manches zu schnell gegangen ist. Allzu eifrige Zusagen haben Beitrittswerber in ihren Reformbemühungen erlahmen lassen, und mit der verfrühten Nennung des Termins für die Aufnahme in die Union hat sich die Gemeinschaft eines Mittels beraubt, Druck auf die Kandidaten auszuüben, damit sich diese mehr anstrengen.

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Das soll bei Serbien nun vermieden werden. Wenn das Land kommende Woche den Status eines Beitrittskandidaten bekommt, dann bedeute das nicht, dass gleich darauf tatsächlich Verhandlungen mit der EU beginnen, heißt es etwa aus Wien. Belgrad habe noch immer viel Arbeit vor sich, und die Union werde die Aktivitäten genau beobachten. Mit diesen Argumenten versucht Österreich - einer der stärksten Fürsprecher des Balkanlandes - die Skeptiker zu überzeugen, die Serbien lieber länger in der Warteposition gesehen hätten. So zurückhaltend Wien bei einer möglichen EU-Mitgliedschaft der Türkei ist, so offenherzig zeigt es sich bei Serbien.

Doch auch wenn der Einsatz für eine künftige Vergrößerung der EU ein erfreuliches Signal für manche der potenziellen Mitglieder ist, aber ebenso für all jene, die noch immer an eine integrative Kraft einer wachsenden Union glauben - ein völliges Umdenken nach den letzten Erweiterungsrunden scheint es nicht zu geben. So bekommt die Gemeinschaft schon bald mit Kroatien ein weiteres Mitglied. Das war bereits ausgemachte Sache in einer Zeit, als sich die Schuldenkrise erst abzeichnete. Mittlerweile kämpfen die EU und noch mehr Kroatien mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Aber die ökonomische Situation änderte nichts an der politischen Entscheidung.

Auch im Falle Serbiens werben manche Länder seit längerem massiv für eine stärkere europäische Anbindung. Die Anstrengungen des Landes in den vergangenen Jahren sollten nicht kleingeredet werden. Allerdings lässt sich umgekehrt nicht leugnen, dass wesentliche Hürden in der Region noch nicht genommen sind - und nur schwer zu überwinden sein werden. Eine von ihnen trägt den Namen Kosovo.

Zwar kann Belgrad nicht für alle Spannungen im Nordkosovo verantwortlich gemacht werden, weil es die dort lebenden Serben vermutlich nicht viel mehr unter Kontrolle hat als Pristina, das nun ebenfalls eine Aussicht auf Annäherungsgespräche mit der Union erhält. Doch kann den Konflikt an der Grenze keine der beiden Seiten ausblenden. Die EU sollte das ebenso wenig tun.




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Serbien, Analyse

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-24 19:14:02
Letzte Änderung am 2012-02-27 16:03:15


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