• vom 10.04.2012, 17:57 Uhr

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Update: 10.04.2012, 18:22 Uhr
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Analyse

Facebook umarmt seinen Rivalen


Von Gregor Kucera

Die Milliarden-Dollar-Übernahme des Herstellers der kostenlosen Foto-App Instagram durch das soziale Netzwerk Facebook hat viele Experten überrascht. Noch nie hat Facebook eine dermaßen hohe Summe in einen Zukauf investiert. Bisher waren stets kleine Firmen mit kreativen Köpfen das Ziel der Übernahmen. Dieses Faktum rief nun zahlreiche Internet-Experten auf den Plan: Warum hat Facebook Instagram gekauft?

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Der Fotodienst Instagram hat sich über seine App für iPhone und Google rasch eine große Fangemeinde aufgebaut und mittlerweile knapp 30 Millionen Nutzer. Doch was ist das schon im Vergleich zu den 850 Millionen Facebook-Anwendern, die jeden Tag 250 Millionen Fotos hochladen? "Instagram wird bestehen bleiben", versprach Firmenmitgründer Kevin Systrom im hauseigenen Blog. Das gelte ebenso für die kostenlose App, die auf Apples iPhone und den Android-Smartphones läuft. Also auch kein Verschlucken des Unternehmens durch den Netzwerkgiganten.

Die Übernahme ist das dominierende Thema in der US-IT-Branche. Die Branchenbeobachter im Silicon Valley überschlagen sich mit Erklärungsversuchen. Schlug Mark Zuckerberg übereilt zu, weil die Annäherungsversuche von Rivalen wie Google oder Twitter zu konkret geworden waren? Wurde Instagram zum einzigen wirklichen Facebook-Konkurrenten und konnte somit noch kostengünstig aufgekauft werden? Es ist interessant, dass Instagram gerade erst vorige Woche eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen hat, laut Medienberichten zu einer Bewertung von nur 500 Millionen Dollar.

Instagram bietet bis auf kleine Zusatzfunktionen eigentlich nichts, was Facebook nicht auch im Angebot hat: Fotos mit Freunden und Bekannten teilen - während man bei Facebook mit Informationen überflutet wird, beschränkt sich das minimalistische Programm sogar nur darauf.

Und damit schließt sich der Kreis. Facebook ist zu groß, zu überladen, zu nervig und zu viel geworden. Hier Werbung, dort eine Einladung zum Spielen, hier zu einer Veranstaltung. Geburtstagserinnerungen und Nachrichten, Chat und Datenschutzbedenken. Und nicht zu vergessen: die wenig geliebte Timeline. Diese Entwicklung scheint wirklich nicht den Geschmack der Mehrheit der Anwender zu treffen.

Was ist also die Lösung? Facebook neu aufstellen? 850 Millionen Nutzer noch härter vor den Kopf stoßen? Milliarden in Werbung und den Neuauftritt buttern? Oder aber man kauft einen Konkurrenten, der sich nur mit einem Gebiet beschäftigt und auf dessen Webauftritt sich ohnehin schon Millionen Facebook-Nutzer treffen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-10 18:02:03
Letzte Änderung am 2012-04-10 18:22:03


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