• vom 12.04.2012, 17:53 Uhr

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Update: 12.04.2012, 18:02 Uhr
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Ein Leben nach Bossi & Berlusconi


Von Francesco Campagner

Das politische Leben geht in Italien auch nach Silvio Berlusconi und Umberto Bossi weiter. Politiker sind auf der Apenninen-Halbinsel prinzipiell langlebig und jederzeit zum Comeback bereit. Schließlich gewöhnt sich das Volk an sie - und sie gewöhnen sich an die Macht. Berlusconi schaffte es, Premier von vier Regierungen zu werden. Eine durchaus ansehnliche Anzahl, immerhin doppelt so oft wie Romano Prodi, auch wenn die Rekordhalter Giulio Andreotti und Alcide De Gasperi auf sieben Nominierungen kamen. Wenn im Jahr 2013 wieder gewählt wird, dann werden Berlusconi und Bossi allerdings nicht mehr als Parteiführer in den Ring steigen. Trotzdem könnten sie ein gewichtiges Wort mitreden.

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Die Lega Nord ist nach dem Finanzskandal, der für Bossi zum Stolperstein wurde, angeschlagen. Allerdings wird, ähnlich wie bei der FPÖ in Österreich, die Zustimmung bei den Wählern auch mit dem Abgang der Leitfigur nicht abnehmen. Schon seit einigen Jahren gab es innerhalb der Partei einen Machtkampf zwischen dem Ex-Innenminister Roberto Maroni und dem Bossi-treuen "magischen Zirkel". Maroni wurde noch am Abend des Bossi-Rücktritts von Lega-Anhängern als "Judas" beschimpft, mittlerweile hat er innerhalb weniger Tage das Ruder an sich gerissen.

Unklar ist die Lage bei Berlusconis Partei Il Popolo della Libertà (PdL). Berlusconi hat mehrfach erklärt, nicht mehr als Spitzenkandidat antreten zu wollen und in Angelino Alfano seinen Nachfolger gefunden zu haben. Trotzdem kommt die Partei nicht zur Ruhe. Eine Neugründung ist immer wieder im Gespräch. Und die geplante Wahlreform, die das Ende der Politik der zwei großen Lager mit sich bringen wird, hat zwischen den verschiedenen Strömungen für Konflikte gesorgt. Berlusconi selbst versucht, den derzeit gelebten Schulterschluss der PdL mit der Demokratischen Partei (PD) und der Unione di Centro (UiC) auch nach 2013 weiterleben zu lassen.

Wenig Freude damit hat PD-Chef Pier Luigi Bersani, der nach den Erfolgen bei den letzten Regional- und Bürgermeisterwahlen seine Partei im Aufwind sieht. Obwohl der aus der Emilia Romagna stammende ehemalige Industrieminister nicht der große charismatische Hoffnungsträger der Linken ist, wird er ins Rennen um die Monti-Nachfolge gehen - und diese wahrscheinlich auch für sich entscheiden. Die wichtigen innerparteilichen Größen stehen jedenfalls hinter Bersani.

Das Zünglein an der Waage könnte der Christdemokrat Pier Ferdinando Casini werden. Dieser pendelt seit Jahren erfolgreich zwischen beiden Lagern und hat sich zum unentbehrlichen Koalitionspartner entwickelt.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-12 17:59:06
Letzte Änderung am 2012-04-12 18:02:46


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