• vom 23.05.2012, 18:16 Uhr

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Update: 24.05.2012, 12:55 Uhr
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Analyse

Keine Scheu vor dem Vergleich


Von Brigitte Pechar

Die Bildungsstandards legen fest, wo sich der Durchschnitt der Schüler in der vierten und achten Schulstufe befinden soll. Sie sollen Auskunft darüber geben, was die Schüler können und nicht, was sie wissen. Das ist schon einmal der erste große Schritt im Vergleich zu bisherigen Wissensabfragen. Vor allem in Mathematik - in diesem Fach wurde am Mittwoch in der achten Schulstufe österreichweit getestet - ist das wichtig, weil genau darauf auch die künftige Zentralmatura aufbaut. Die Tests der Bildungsstandards sollen aufzeigen, was Schüler nachhaltig können. Es geht um Kompetenz und nicht um das Wiederkäuen von Rezepten.

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Die Bildungsstandards sind seit 2009 implementiert. Jedes Jahr wird ein anderes Fach - Mathematik, Deutsch, Englisch - abgefragt. Das Bundesinstitut für Bildungsforschung stellt den Lehrern dafür begleitende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Und das Bifie wertet die Tests auch aus. Die Schüler erfahren ihre Bewertung und wie sie im Vergleich zum Durchschnitt liegen; die Lehrer erfahren anonymisiert die Bewertungen ihrer Schüler; die Direktoren erhalten die anonymisierten Ergebnisse der Klassen und die Schulverwaltung die Ergebnisse pro Bundesland.

Und darin liegt sicherlich eine große Schwachstelle. Zwar weiß der Lehrer dann, wo seine Klasse insgesamt steht, er kann aber nicht spezifisch auf bestimmte Schüler eingehen, um deren Leistungen zu verbessern. Das ist aber auch nicht der eigentliche Zweck der Übung. Der Haken liegt vielmehr darin, dass die kollektive Rückmeldung über alle Klassen an einen Direktor keine Rückschlüsse zulässt, ob ein schlechteres Abschneiden an den Unterrichtsmethoden der einzelnen Lehrer liegt. Es war auch die Lehrergewerkschaft, die einen derartigen Vergleich verhindert hat. Will man aber das System verbessern, müssen die Ergebnisse offen vorliegen, um bessere Methoden entwickeln zu können.

Zwar verbietet den Lehrern niemand, sich gegenseitig auszutauschen - an guten Schulen wird der Direktor sicherlich dazu anregen - besser wäre aber eine verpflichtende Feedback-Runde.

Auch ein Vergleich der Schulen wird verhindert. Aber es macht wenig Sinn, viele Daten zu generieren und diese dann nicht sinnvoll zu nutzen. Da alle Schüler Aufgaben mit demselben Schwierigkeitsgrad erhalten, wäre ein Vergleich einfach. Dann sieht man, ob die Hauptschulen auf dem Land tatsächlich so viel besser sind als in der Stadt; ob die AHS das bringt, was sie verspricht; und wie gut die Neue Mittelschule wirklich ist. Diese Daten müssen auf den Tisch - nur so kann das System entlang der Besten weiterentwickelt werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-23 18:23:15
Letzte Änderung am 2012-05-24 12:55:55


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