• vom 13.07.2012, 17:31 Uhr

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Update: 13.07.2012, 17:47 Uhr
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Berlusconis riskante Wiederkehr


Von Rainer Mayerhofer

Die Ankündigung Silvio Berlusconis, bei den Wahlen im kommenden Jahr wieder für das Amt des Regierungschefs anzutreten, sorgt nicht nur in Italien für politische Turbulenzen, sondern auch auf gesamteuropäischer Ebene. Italienische Medien berichten, dass die europäischen Partner in besorgten Anrufen bei Präsident Giorgio Napolitano und bei Premier Mario Monti ihre Besorgnis deponiert hätten, dass ein wiederkehrender Berlusconi all das zunichte machen würde, was Monti geschaffen habe. Die in der Nacht zum Freitag von der Ratingagentur Moodys erfolgte Herabstufung der Bonität Italiens zeigt, wie nervös die Märkte auf politische Spekulationen reagieren.

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Als Berlusconi vor acht Monaten den Hut nehmen musste, glaubte man in den europäischen Staatskanzleien, die den skandalumwitterten italienischen Regierungschef weitgehend politisch isoliert hatten, ein Gespenst endgültig exorziert zu haben, berichtet die Zeitung "la Repubblica". Gleichzeitig glaubte man, damit einen entscheidenden Schritt zur Rettung Italiens und damit des Euro getan zu haben, weil Italien seit dem Beginn der Krise ein Schlachtfeld war, auf dem die Zukunft Europas und seiner Gemeinschaftswährung zur Entscheidung standen.

Berlusconis fragile Partei wurde bei den Kommunalwahlen im Frühjahr zertrümmert, und viele seiner Funktionäre fürchten um ihre Pfründe. Als jetzt Meinungsumfragen ergaben, dass die Partei mit dem derzeitigen Vorsitzenden Angelino Alfano bei Wahlen gerade einmal um die 12 Prozent der Stimmen gewinnen könnte, mit Berlusconi als Parteichef jedoch 18 und mit ihm als Spitzenkandidat sogar 28 Prozent, schien die Stunde des Stehaufmännchens, das einmal weg und dann wieder da ist - wie einst Jörg Haider in der FPÖ - gekommen zu sein.

Angeblich plant Berlusconi, seiner Partei ihren ursprünglichen Namen Forza Italia wiederzugeben, und auch ein neues Parteisymbol soll er schon gefunden haben - einen Papierdrachen in den italienischen Nationalfarben Grün-Weiß-Rot. Auch seine Vergangenheit sucht er zu beschönigen. So hat er eben seine Zahnhygienikerin Nicole Minetti, die ihm die Mädchen für seine ausgelassenen Partys besorgt hatte, dazu gebracht, ihren Abgeordnetensitz im Regionalparlament der Lombardei zurückzulegen.

Parteiinterne Kritiker wird Berlusconi mit seinen Rückkehrgelüsten vielleicht überzeugen können. Schwieriger wird es mit der Suche nach möglichen Koalitionspartnern werden. Die Lega Nord will nicht mehr Steigbügelhalter sein, und der Chef der umworbenen Christdemokraten, Pier Ferdinando Casini, ätzte: "Es liegt was Neues in der Luft, oder vielmehr etwas Antikes."




Schlagwörter

Italien, Silvio Berlusconi

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-13 17:38:06
Letzte Änderung am 2012-07-13 17:47:54


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