• vom 25.07.2012, 17:48 Uhr

Analysen

Update: 25.07.2012, 18:23 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Analyse

Viel Geld für wenig Ehr’


Von Simon Rosner

Geld ist nicht alles im Sport, das mussten nicht nur die Fußballer von Red Bull Salzburg im Duell mit Luxemburgs Meister Düdelingen feststellen. Auch bei den am Freitag beginnenden Olympischen Spielen wird Österreichs Sport diesbezüglich Lehrstunden erhalten. Denn die finanziellen Mittel, die über Förderungen jedes Jahr in den heimischen Sport fließen, sind in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen - ohne nennenswerte Erfolge; zumindest im Sommer.

Werbung

Die mit Abstand erfolgreichsten Spiele waren jene von Athen im Jahr 2004, als insgesamt sieben Medaillen herausschauten, zwei davon in Gold. In Peking waren es dann nur eine Silber- und zwei Bronzemedaillen, und viel mehr wäre auch diesmal in London eine große Überraschung. Österreichs Delegation umfasst diesmal 70 Sportler und Sportlerinnen, genauso viele, oder besser: genauso wenige wie vor vier Jahren. Dabei ist die Besondere Bundes-Sportförderung seit Athen um mehr als 100 Prozent auf zuletzt 80 Millionen Euro gestiegen.

Doppelter Einsatz, gleiches Ergebnis. Es ist also kein Wunder, dass der Rechnungshof regelmäßig Kritik am Fördersystem übt. Sportminister Norbert Darabos hat sich dessen Neustrukturierung zum Ziel gesetzt, doch leicht ist dieses Unterfangen nicht. Die mehr im Breitensport angesiedelten und nach wie vor politisch mächtigen Dachverbände Union und Askö sind neben dem ÖFB die größten Fördernehmer, und naturgemäß sträuben sie sich dagegen, finanzielle Einbußen hinzunehmen. Praktischerweise sitzen die Präsidenten der beiden Dachverbände, Peter Haubner (ÖVP) und Peter Wittmann (SPÖ), im Nationalrat und haben direkten Einfluss auf das neue Gesetz, das 2013 wirksam werden soll.

Zumindest der mittlerweile völlig undurchsichtig gewordene Förderdschungel soll sich ein wenig lichten, und durch neue Kriterien für die zu verteilenden Gelder soll künftig verhindert werden, dass nicht wie zuletzt zwei Verbände die meiste Grundförderung erhalten, die nicht einmal olympisch sind: der Kickbox-Verband und der Aeroclub (Fallschirmspringen, Modellfliegen).

Österreichs Fachverbände, also jene Verbände, die für Spitzensport sorgen, erhalten derzeit 17 Millionen Euro jährlich. Doch es gibt mehr als 60 Verbände, auf die das verteilt wird. Im internationalen Vergleich sind große heimische Verbände wie jene der Schwimmer, Radfahrer oder auch diverser Ballsportarten längst Armenhäusler. Und da auch die Sportinfrastruktur in Österreich jenseitig ist - es gibt nur drei 50-Meter-Pools -, sollte sich niemand wundern, wenn Österreich in London überhaupt leer ausgehen würde. Das war zuletzt 1964 der Fall.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-25 17:53:04
Letzte Änderung am 2012-07-25 18:23:46


Beliebte Inhalte



Einst traf man sich beim Wein, nun vor Gericht: ehemalige Telekom- und FPÖ-Manager im Grauen Haus. Nur Haider fehlte. - apa
  • Bankomatfunktion der Telekom selten so deutlich wie im laufenden Prozess.
  • weiter

  • Textilfabriken sollen sicherer werden - ob das umgesetzt wird, ist aber fraglich.
  • weiter

  • Vertrauen der Franzosen in ihren
  • Präsidenten auf dem Tiefpunkt.
  • weiter

  • Bei Frauen an der Spitze ist die Hochschülerschaft wegweisend.
  • weiter

  • Kandidatur von Rafsanjani sorgt für politisches Erdbeben.
  • weiter

Einst traf man sich beim Wein, nun vor Gericht: ehemalige Telekom- und FPÖ-Manager im Grauen Haus. Nur Haider fehlte. - apa
  • Bankomatfunktion der Telekom selten so deutlich wie im laufenden Prozess.
  • weiter



Werbung




Stammgast beim Life Ball: Bill Clinton.

Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971, Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. "Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten.

Werbung