• vom 11.09.2012, 18:05 Uhr

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Update: 12.09.2012, 11:48 Uhr
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Analyse

Zustimmung als Kampfansage - Sozialpartnerschaft in Gefahr?


Von Katharina Schmidt

Es war ja auch zu schön. Als im Herbst 2011 die Metaller mit ihrer in Zeiten der Krise hoch angesetzten Forderung von 4,2 Prozent Erhöhung durchkamen, verlief die Herbstlohnrunde auch für die anderen Branchen durchaus erfreulich.

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Heuer sieht die Sache ganz anders aus. Bereits im August haben die sechs Fachverbände der Metallbranche erklärt, getrennt verhandeln zu wollen - und seit Dienstag ist fix, dass dies auch passieren wird. Die Gewerkschaft, die schon im Sommer das Ende der Sozialpartnerschaft beschworen hat, stimmt den getrennten Verhandlungen zu - schließlich sei es schwierig, nur wegen der Verhandlungsstruktur die Mitglieder zum Streik zu mobilisieren -, beharrt aber darauf, dass zum Schluss eine einheitliche Tariferhöhung herauskommen soll. Im Klartext heißt das: Jetzt wird zunächst einmal verhandelt, der Streik ist damit aber lediglich nach hinten verschoben. Sollte keine Einigung zustande kommen, wird wohl mit Kampfmaßnahmen zu rechnen sein. Mit ebensolchen ist es im vorigen Jahr auch gelungen, den Arbeitgebern die richtungsweisend hohe Lohnerhöhung abzupressen.

Der Wunsch der Fachverbände, getrennt zu verhandeln, wird auch als eine Art Retourkutsche für das Verhalten der Gewerkschaften im Vorjahr gewertet. Dazu kommt allerdings ein zweiter Aspekt: Die Branche mit ihren insgesamt 180.000 Beschäftigten ist stark segmentiert - ausgegangen war der Ruf nach getrennten Verhandlungen vom mit 120.000 Mitarbeitern größten Fachverband, der Metallwarenindustrie. Das Argument der Arbeitgeber: Ein einheitlicher Abschluss sei unter anderem aufgrund des unterschiedlichen Automatisierungsgrads nicht mehr vertretbar.

Damit stehen die Metaller nicht alleine da, auch die Journalisten-Branche ist zersplittert. Der KV für Journalisten bei Tages- und Wochenzeitungen gilt zwar offiziell auch für Online-Redakteure, diese werden jedoch meist in den IT- oder Gewerbe-Kollektivvertrag ausgelagert. Keinen Kollektivvertrag haben Redakteure von Gratiszeitungen und privaten Radio- oder Fernsehstationen.

Generell geht der Trend also Richtung Schwächung der Kollektivverträge und damit der Sozialpartnerschaft. Sollte tatsächlich kein einheitlicher Metaller-Abschluss gelingen, ist das auch ein Signal für die Herbstlohnrunde. Und diesmal kein schönes.




Schlagwörter

Herbstlohnrunde, KV, Metaller, Analyse

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-11 18:11:03
Letzte Änderung am 2012-09-12 11:48:41


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