
Ein Mensch, noch dazu ein Österreicher, hat im Sprung die Schallmauer durchbrochen - Red Bull, Sponsor des Spektakels, hätte den Marketing-Nobelpreis verdient, wenn es ihn denn gäbe.
Zwei Spieltheoretiker, die beiden US-Ökonomen Alvin Roth and Lloyd Shapley, sind auch Gambler - so wie Felix Baumgartner. Und sie bekommen in diesem Jahr den Wirtschaftsnobelpreis - der eigentlich keiner ist und den doch alle so nennen. Die beiden stellten sich die Frage: Wie funktionieren Märkte effizient? Wie bringt man die Markt-Teilnehmer am besten zusammen?
Auf den Märkten, das vergessen Ökonomen manchmal, agieren Menschen. Was ist mit der Ökonomie los? Der Streit zwischen "Alt" und "Neu" könnte derzeit heftiger gar nicht sein.
Im Grunde geht es nach wie vor um die Frage: Gleichgewicht oder Ungleichgewicht? Und man glaubt es kaum: Auch nach fast 250 Jahren lehren die meisten Nationalökonomen dieser Welt - so als hätten sich die Weltwirtschaftskrisen der 1930er Jahre und ab 2008/2009 einfach nicht ereignet -, dass sich die Märkte stets im Gleichgewicht halten. Güter. Arbeit. Finanzmarkt. Flexible Preise, Löhne, Zinssätze, Wertpapierkurse werden das schon regeln. Gift sei nur die Intervention.
Sobald sich Politik und Staat einmischten, kämen die Märkte ins Trudeln und die automatischen Wirkkräfte des Marktes müssten ja versagen.
Grundlage dieses Denkens ist der homo oeconomicus. Er hat sich immer im Griff. Gibt nie mehr Geld aus, als er einnimmt. Hat keinerlei Neidgefühle gegenüber seinem Nachbarn oder gegenüber seinem Arbeitskollegen. Er vergleicht Preise, bevor er etwas kauft, und fährt dann dorthin, wo er das Produkt am günstigsten von allen bekommt. Er fährt öffentlich, wenn er sich zuvor ausgerechnet hat, dass ihn der Weg per Auto mehr kostet. Alle Zusatzkosten werden mit einkalkuliert. Er wechselt sofort den Stromanbieter, wenn ein attraktiverer Konzern auf den Plan tritt. Und selbstverständlich lässt er sich nie und nimmer von Aktienbooms an der Börse mitreißen und kauft vielleicht überteuerte Wertpapiere.
Ja, genauso ist er, der Mensch. Sagen die meisten Ökonomen. Und da sie die Kritik der Ungleichgewichtstheoretiker kennen, fügen sie mittlerweile gerne dazu: Natürlich sei kein Mensch wirklich so, aber im Schnitt, oder sagen wir, als Recheneinheit, sehr wohl. Ein dauerkalkulierendes Wesen, stets auf seinen Kostenvorteil bedacht, egal, ob er nun Arbeiter oder Unternehmer ist.
