• vom 12.12.2012, 18:11 Uhr

Analysen

Update: 12.12.2012, 18:59 Uhr

Kim Jong-un

China ist Kim-Regime lieber als das Chaos




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Klaus Huhold

  • Analyse
  • Möglichkeiten Chinas, auf Nordkorea Druck auszuüben, sind begrenzt.

China ist alles andere als glücklich über den nordkoreanischen Raketenstart: Denn Pjöngjang sorgt damit für Unruhe in der Region - und das kann Peking derzeit nicht gebrauchen, zumal sich die neue Spitze in Chinas KP rund um Generalsekretär Xi Jinping nach dem Machtwechsel selbst erst festigen muss.

Werbung

Trotzdem war Chinas Reaktion auf Pjöngjangs Provokation moderat: Peking bedauerte zwar den Raketentest, machte aber gleichzeitig klar, dass es weitere Sanktionen gegen Nordkorea nicht mittragen werde. China will Pjöngjang nicht allzu sehr vergraulen - Peking sieht laut Beobachtern Nordkorea als wichtigen Verbündeten an, um ein Gegengewicht zur amerikanisch-japanischen Allianz zu bilden.

Aber auch wenn der Westen von China fordert, auf Nordkorea mehr Druck auszuüben, ist Pekings Handlungsspielraum begrenzt: Der sture Nachbar ist stolz auf seine Souveränität und lässt sich bei seinen Alleingängen auch von China nicht aufhalten. Zwar ist das isolierte Nordkorea von China wirtschaftlich abhängig, doch hat Peking kein Interesse, Pjöngjang die Luft abzuschnüren: Das Regime von Kim Jong-un ist China nämlich trotz aller Unberechenbarkeit lieber als ein Zusammenbruch Nordkoreas. Denn das könnte für Chaos an Chinas Grenze und Millionen nordkoreanische Flüchtlinge sorgen.




Schlagwörter

Kim Jong-un, China, Nordkorea

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-12-12 18:14:02
Letzte Änderung am 2012-12-12 18:59:02


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Welt von heute
  2. Europa und die Ukraine, Vergangenheit und Zukunft
  3. Narendra Modi: verehrt, verhasst
  4. Der Hauch des Kalten Krieges
  5. Stochern im Nebel
Meistkommentiert
  1. Europa und die Ukraine, Vergangenheit und Zukunft
  2. Die Welt von heute

Werbung




"Ein tiefer Fall führt oft zu höherm Glück." ("Cymbeline", vierter Akt, zweite Szene)

Die Grünen, die sich auch als Antikorruptionspartei positionieren, enthüllen ihre Plakate - einmal gegen krumme Geschäfte ... Francesca Woodman, Untitled, Rome, Italy, 1977–1978/2006
Schwarz-Weiß-Silbergelatineabzug auf Barytpapier.

24.4.2014: Ein afghanischer Polizist hält eine Waffe und steht vor einem "Waffen Verboten"-Schild. Er bewacht ein Spital, nachdem drei Amerikaner am 24. April getötet wurden. Mal Ungeheuer, mal erotischer Verführer. Vampire und Vampirinnen haben viele Gesichter.

Werbung