• vom 02.06.2017, 13:00 Uhr

Analysen

Update: 02.06.2017, 13:09 Uhr

Heumarkt

Grüne Katerstimmung




  • Artikel
  • Kommentare (18)
  • Lesenswert (52)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Bernd Vasari

  • Vassilakou bringt das Heumarkt-Projekt gegen Widerstände durch. Die Krise wird sie aber nicht los.

Geschwächt hat die Heumarkt-Debatte die grüne Parteichefin Maria Vassilakou.

Geschwächt hat die Heumarkt-Debatte die grüne Parteichefin Maria Vassilakou.© apa/Georg Hochmuth Geschwächt hat die Heumarkt-Debatte die grüne Parteichefin Maria Vassilakou.© apa/Georg Hochmuth

Wien. Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte für die Umwidmung des Heumarkts und damit für den 66 Meter hohen Luxuswohnturm des Investors Michael Tojner. Das Projekt, für das sich die SPÖ und die grüne Planungsstadträtin Maria Vassilakou starkgemacht haben, kann somit verwirklicht werden.

Die SPÖ ist zufrieden. Nur bei den Grünen kann sich niemand so richtig über das Ergebnis freuen. Die vorangegangene Debatte über den Turm hat die Partei in zwei Lager gespalten und Vassilakou geschwächt. Drei der zehn grünen Abgeordneten stimmten nicht mit ihrer Parteichefin für die Umwidmung.


Zum Bruch kam es nach der parteiinternen Urabstimmung im April. Die Mehrheit der Wiener Grünen sprach sich dabei gegen den Heumarkt-Turm aus. Nachdem es ursprünglich hieß, dass die Urabstimmung bindend sei, ignorierte Vassilakou das Ergebnis und ließ den Abgeordneten im Gemeinderat freie Hand.

Zum Unverständnis jener Parteimitglieder, die sich gegen den Turm des Investors ausgesprochen haben. Auch eine Aussprache half nichts. Seither lichten sich die Reihen hinter Vassilakou.

Ein Geschenk
für Häupl

Für den roten Koalitionspartner ist dieser Umstand ein unerwartetes Geschenk. Die Genossen sind selbst zerstritten und in zwei Lager aufgeteilt. Wer Bürgermeister Häupl nach seinem angekündigten Rücktritt im Herbst folgen soll, ist unklar.

Doch zumindest gibt es nun keinen grünen Koalitionspartner mehr, der von der Schwäche der SPÖ profitiert. Anders als in der ersten rot-grünen Legislaturperiode - in der die Grünen die Themen bestimmten und die SPÖ-Funktionäre inhaltlich kaum etwas entgegenzusetzen hatten -, können sich die Genossen nun in Ruhe mit sich selbst beschäftigen.

Es bleibt sogar Zeit, die Schwäche Vassilakous auszunutzen. Zuletzt musste sie sich von Häupl sogar vorführen lassen. Es ging um einen Straßenabschnitt auf dem Getreidemarkt im 6. Bezirk. Statt einer Autofahrspur soll ein Radweg entstehen. Das Vorhaben ist bereits von Rot-Grün beschlossen worden. Häupl ließ trotzdem anklingen, dass es noch Änderungsspielraum gibt: "Ganz einfach, wir schauen uns das noch einmal an."

Vassilakou zeigte sich irritiert und musste die Häme von der Opposition ertragen. Häupl konnte hingegen als Macher auftreten, indem er vermittelte, dass er das letzte Wort habe, obwohl Verkehrsfragen im Ressort der grünen Parteichefin angesiedelt sind.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




18 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-01 17:42:09
Letzte nderung am 2017-06-02 13:09:16



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kampf muss nicht sein

Werbung




Werbung


Werbung