• vom 14.03.2012, 13:53 Uhr

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Update: 02.04.2012, 17:53 Uhr

Radmanifest

Wie schützen wir die Radfahrer?




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Von Matthias Bernold

  • Wiener Zeitung startet Dialog um Rad-Manifest
  • Tausende Unfälle jedes Jahr, Tendenz steigend.
  • Die Themen: Verkehrsberuhigung, flächendeckend Tempo 30 im Stadtgebiet, weniger Verletzte.


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Aus Anlass des Unfalls einer Times-Reporterin, die vergangenen November auf dem Weg in die Londoner Redaktion von einem Lkw überfahren wurde und seither im Wachkoma liegt, startete die britische Times die Fahrrad-Sicherheitskampagne Cities fit for cycling. Inspiriert von dieser Initiative eröffnet die Wiener Zeitung ebenfalls den Dialog um eine Sicherheitskampagne: Aus acht Forderungen, die Alec Hager von der Fahrradlobby IG-Fahrrad zusammen gestellt hat, soll ein Manifest entstehen, um das Fahrradfahren in Österreich noch populärer und sicherer zu machen.

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Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) wurden im Vorjahr bereits rund 2,2 Milliarden Kilometer geradelt, das sind doppelt so viele Kilometer wie im Jahr 2000. Im Durchschnitt legt der Österreicher 264 Kilometer im Jahr mit dem Fahrrad zurück.

Information

Wie man es dreht und wendet: Jeder verletzte Radfahrer ist einer zu viel. Auf Österreichs Straßen muss sich einiges ändern, damit sich auch jene, denen Radfahren jetzt noch zu gefährlich erscheint, aufs Rad trauen. Diskutieren Sie mit uns über ein Fahrrad-Manifest:
www.wienerzeitung.at/radmanifest

Der VCÖ führt den Radboom auf mehrere Faktoren zurück: verbesserte Bedingungen, zahlreiche Unternehmen motivieren ihre Beschäftigten, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, das Gesundheitsbewusstsein hat zugenommen – und Benzin und Diesel sind teurer geworden.

Die Österreicher haben durch das Radfahren rund 180 Millionen Liter Sprit und damit geschätzte 230 Millionen Euro an Kosten gespart. Es gibt aber Luft nach oben: Denn die Niederländer und Dänen fahren mehr als 1000 Kilometer pro Jahr mit dem Rad.Es gibt aber Luft nach oben: Denn die Niederländer und Dänen fahren mehr als 1000 Kilometer pro Jahr mit dem Rad.

Wenngleich die Situation in Österreich nicht so schlimm ist wie in Großbritannien, zeigt sich jedoch auch hier ein Aufwärtstrend bei den Fahrradunfällen. Statt 2.021 Unfälle wie im ersten Halbjahr 2010, ereigneten sich im ersten Halbjahr 2011 2.587 Unfälle. Das bedeutet einen Anstieg von fast 30 Prozent. Der Trend setzt sich im zweiten Halbjahr 2011 fort (die endgültige Verkehrsunfallstatistik für 2011 ist jedoch noch nicht veröffentlicht). Bekannt ist jedoch die Zahl der getöteten Fahrradfahrer. Und die hat 2011 im Vergleich zum Jahr davor zugenommen: Von 32 im Jahr 2010 auf 42 Radfahrer im Jahr 2011. Allerdings muss man sagen, dass 2010 aufgrund des schlechten Wetters ein sehr schwaches Fahrradjahr war und ein Jahr später wesentlich mehr Menschen in die die Pedale traten.

Als Schwachpunkt der Verkehrsunfall-Statistik kann man werten, dass sie lediglich die bei der Polizei angezeigten Unfälle erfasst, nicht aber die Daten aus den Unfallkrankenhäusern berücksichtigt. Während die Polizei etwa im Jahr 2009 5.496 Unfälle mit Fahrradfahrern verzeichnete, zählten die Krankenhäuser im selben Jahr mehr als 20.000 Verletzungen nach Radunfällen (sehr wahrscheinlich ist, dass die meisten Verletzten nach Verkehrsunfällen in dieser Statistik bereits enthalten sind...)




Schlagwörter

Radmanifest, Sicherheit, Times

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-03-14 13:54:54
Letzte Änderung am 2012-04-02 17:53:59


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