"Wenn mir jemand 2006 gesagt hätte, dass ich heute hier sitzen würde mit einem veröffentlichten Buch in meinen Händen, vor einem Haufen Journalisten, Fotografen und einem Fernseh-Team, dann hätte ich ihm mit ziemlicher Sicherheit geantwortet, er sei komplett durchgeknallt", sagt Mikael Colville-Andersen.
Der dänische Filmemacher und Fotograf hatte damals keine Ahnung, dass sich sein Blog CycleChic, auf den er anfangs bloß Fotos von Radfahrern in modischen Alltagskleidern stellte innerhalb von fünf Jahren zu einem der meist-beachteten Fahrradblogs entwickeln und eine weltweite Bewegung starten sollte. Heute Abend präsentiert Colville-Andersen seinen demnächst auf Deutsch erscheinenden Foto-Band im Wiener Fahrradhaus. Für Journalisten gab es heute Vormittag (16. Mai) eine Pressegespräch, in dessen Verlauf sich Colville-Andersen über das Fahrradfahren in Wien, die Sicherheit auf den Straßen, Aggression zwischen Autofahren und Radlern und die revolutionäre Kraft des Internet äußert.
"Als ich das erste Foto eines Mädchens, das im Rock Rad fuhr veröffentlicht habe, sind aus den USA die wunderlichsten Reaktionen gekommen: Ist das überhaupt möglich?, haben die mich gefragt."
Dass man modisch sein und dennoch mit dem Rad unterwegs sein kann, sei – nach Jahrzehnten, in denen das Fahrrad ausschließlich als Sportgerät beworben wurde – eine Sensation gewesen. Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt sahen sich Colville-Andersens Fotos an, der Blog breitete sich – gleich einem Franchise-Unternehmen - aus: Heute operieren 200 Blogs unter der Dachmarke Cycle Chic. In Wien unter der Adresse http://viennacyclechic.at/ "Dank der Kraft des Internet und der ungeheuren Verbreitung, die dadurch möglich wurde, ist das Fahrrad zu einem Lifestyle-Instrument geworden", sagt Colville-Andersen: "Heute verwendet jedes Modeunternehmen Fahrrädern als Image-Träger: Egal, ob Chanel oder Luis Vuitton – alle zeigen Fahrräder."
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