• vom 24.05.2012, 22:30 Uhr

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Update: 25.05.2012, 18:28 Uhr

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Unlängst am Ringradweg




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Von Matthias Bernold

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Ich bin ja nun keiner, der etwas gegen Radfahrer hätte. Sonst schriebe ich auch nicht für diesen Blog. Aber wundern muss ich mich hin und wieder schon, was bisweilen für Trotteln auch auf Fahrrädern unterwegs sind. Als ich nämlich gestern von der Urania den Ringradweg Richtung Karlplatz hinauf gleite, radelt einer vor mir, der offenbar auf einem "Ein Mann sieht rot"-gleichen Rache-Trip gewesen sein muss: Erstmals beschimpfte er auf Höhe Landwirtschaftsministerium eine 82-Jährige mit Hund, als die ihm die nachrief: "Auch Fußgänger gibt es auf dieser Welt!", hielt er ihr den Stinkefinger entgegen. Beim Stubentor beschimpfte er einen weiteren Fußgänger, der  den Radweg querte. Später überholte er andere Radfahrer, während er sie anpöbelte, weil sie gemütlich und nebeneinander unterwegs waren. Vor der Oper verlor ich ihn aus den Augen, weil ich Richtung Vierten Bezirk abbog. (Frage an die Leserinnen: Passiert so etwas öfter? Beobachtet ihr derartiges auch?)

Zwei Gedanken dazu: Erstens: Ich bin der Ansicht, dass Fußgänger immer Vorrang (gegenüber Autos wie gegenüber Fahrrädern) haben. Egal, ob sie eine Straße queren oder sich einmal auf einen Radweg verirren. Zweitens: Es wird mir immer wieder aufs Neue klar, was dieser Ringradweg für eine verkehrstechnische Schandtat ist. Welcher boshafte Rathaus-Clown denkt sich so etwas aus? Und warum wird das Verkehrskonzept am Ring nicht endlich grundlegend neu konzipiert? Ohne jetzt verschwörungstheoretisch zu werden: Ist es vielleicht gewollt, dass Radfahrer und Fußgänger miteinander in Konflikt geraten?

Wie dieser Radweg mäandert und Nicht-Ortskundige ständig überrascht, ist ein Unding. Was bitte ist so schwer daran, endlich die Nebenfahrbahnen durchgehend dem Radverkehr zu widmen? Und, wo das nicht möglich ist (angeblich wehren sich die Luxushotels mit allen Mitteln gegen so eine Variante, weil sie fürchten, dass Reisebusse und motorisierte Gäste dann ihren Weg nicht mehr in die Herbergen finden), einen Fahrstreifen am Ring den Radfahrern zu überlassen. Die Art und Weise, wie viele Radwege angelegt sind (schmal, unübersichtlich, verwinkelt, zugeparkt und dergleichen) bewirkt leider, dass die Aggression steigt und das Radfahren weniger Spaß macht, als es machen könnte...




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-05-24 22:31:01
Letzte Änderung am 2012-05-25 18:28:15


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