• vom 02.06.2012, 08:00 Uhr

Freitritt


ECF

European Cyclist's Federation fordert "Menschenrecht auf Radfahren für Kinder"




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias Bernold




    Herzlichen Glückwunsch! Sie haben ein Osterei gefunden.

    Herzlichen Glückwunsch!
    Sie haben ein Osterei gefunden.
    Klicken Sie es an und gewinnen Sie!

    Ende Juni beginnt im kanadischen Vancouver die größte Fahrrad-Konferenz der Welt, die Velo City. Ehrgeiziges Ziel dabei:  Stimmung für ein "Menschenrecht auf Radfahren für Kinder" zu machen.

    In ihrer gestrigen Presseaussendung erinnerte die European Cyclist's Federation (ECF), die die Velo City mitorganisiert, an die UN-Konvention für Kinderrechte, worin es heißt:


    "Children should develop their physical abilities to their fullest potential, respect the natural environment and have opportunities for recreational and leisure activity."

    Für die ECF ist klar, dass Fahrradfahren genau diese Zielsetzungen erfüllt, und sie zitiert aus einer interessanten Statistik, die darlegt, wie sich die Zahl jener Schülerinnen, die mit dem Rad in die Schule unterwegs sind, sich in den vergangenen 30 Jahren drastisch reduziert hat:


    "Across the globe, the number of children that walk or cycle to school has decreased from 82 percent to 14 percent within the last 30 years. In the US, only 1 percent of children ride bicycles to school. Contrast this with the Netherlands. where nearly 49 percent of children cycle to school.""

    Wenn man sich ansieht, wie aggressiv etwa in Wien der Umgang vieler Autler mit Radlern ist, wundert es einen nicht, dass viele Eltern Angst haben, ihre Kinder allein per Rad Richtung Schule zu schicken. Im Facebook-Forum "Radfahren in Wien" diskutieren derzeit Eltern, wie ihnen Autofahrer begegnen, wenn sie mit Kind oder Kinderanhänger unterwegs sind. Philipp G. mit einem Erfahrungsbericht:


    "Gestern:
    - 2x heftigst angehupt worden, weil ich mit meinem Sohn im Anhänger auf der Straße gefahren bin, völlig legal.
    - 50-100x aggressivst mit aufheulendem Motor und Vollgas mit 20-30cm Abstand überholt worden
    - 3-4x mit 2 cm Abstand überholt worden
    - abends noch Ring-"radweg" gefahren...
    Und das läuft jeden Tag so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!
    "


    Es kann nicht oft genug betont werden, wie absurd es eigentlich ist, dass die größte Gefahr für das Leben unserer Kinder von Autofahrern ausgeht. Wie lange wollen wir es zulassen, dass unsere Städte primär Verkehrsfläche für tödliche Blechgeschosse sind, statt ein Lebens- und Begegnungsraum für Menschen jeden Alters?


    In diesem Sinne finde ich die Initiative der ECF unterstützenswert. Mal sehen, welche Gedanken die Velo City sonst noch hervorbringt.

    2013 wird die Velo City übrigens in Wien stattfinden. Laut Fahrradkoordinator Martin Eder vom Lebensministerium sind die Vorbereitungsarbeiten hierfür bereits angelaufen. Fahrradlobbys erhoffen sich durch die Veranstaltung einen mächtigen Impuls in Richtung eines Ausbaus der Fahrradinfrastruktur. In München etwa folgte auf die Konferenz 2007 genau das. Mit der schönen Konsequenz, dass inzwischen  der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege in München an der 20-Prozent-Marke schrammt. Ein Stand, von dem Wien bekanntlich noch weit, weit entfernt ist....




    1 Leserkommentar




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
    Dokument erstellt am 2012-06-01 13:37:03
    Letzte Änderung am 2012-06-01 16:27:24


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Wir werden mehr"
    2. Autofreier Ring?
    Meistkommentiert
    1. "Wir werden mehr"

    Werbung




    Eine Fähre mit 459 Menschen an Bord ist vor der Küste Südkoreas gesunken.

    16.04.2014: Die Statue Imperia in Konstanz am Bodensee (Baden-Württemberg). Sie erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414-1418). Das Konstanzer Konzil jährt sich zum 600. Mal - dieses Jubiläum wird von Ende April an ganze fünf Jahre lang in der Stadt am Bodensee gefeiert. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich erneut zu. Hier eine Barrikade der pro-russische Seperatisten vor dem Parlament in Slovyansk.

    Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE), der auch die SPÖ angehört, kürte ihren Spitzenkandidaten am 1. März in Rom:
<span style="font-weight: bold;">Martin Schulz</span>: Der 58-jährige Deutsche gilt als wortgewandt, streitlustig, ehrgeizig. 2004 übernahm der gelernte Buchhändler den Fraktionsvorsitz der Sozialisten, 2012 wurde er Präsident des Europaparlaments. Schulz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Migranten, die ihre Flucht aus Honduras mit dem Verlust von Extremitäten bezahlten. Den Zug, mit dem sie in die USA gelangen, bezeichnen sie als "La Bestia" (Die Bestie), da es hier oft zu bestialisichen Übergriffen an Einwanderern kommt.

    Werbung