Ende Juni beginnt im kanadischen Vancouver die größte Fahrrad-Konferenz der Welt, die Velo City. Ehrgeiziges Ziel dabei: Stimmung für ein "Menschenrecht auf Radfahren für Kinder" zu machen.
In ihrer gestrigen Presseaussendung erinnerte die European Cyclist's Federation (ECF), die die Velo City mitorganisiert, an die UN-Konvention für Kinderrechte, worin es heißt:
"Children should develop their physical abilities to their fullest potential, respect the natural environment and have opportunities for recreational and leisure activity."
Für die ECF ist klar, dass Fahrradfahren genau diese Zielsetzungen erfüllt, und sie zitiert aus einer interessanten Statistik, die darlegt, wie sich die Zahl jener Schülerinnen, die mit dem Rad in die Schule unterwegs sind, sich in den vergangenen 30 Jahren drastisch reduziert hat:
"Across the globe, the number of children that walk or cycle to school has decreased from 82 percent to 14 percent within the last 30 years. In the US, only 1 percent of children ride bicycles to school. Contrast this with the Netherlands. where nearly 49 percent of children cycle to school.""
Wenn man sich ansieht, wie aggressiv etwa in Wien der Umgang vieler Autler mit Radlern ist, wundert es einen nicht, dass viele Eltern Angst haben, ihre Kinder allein per Rad Richtung Schule zu schicken. Im Facebook-Forum "Radfahren in Wien" diskutieren derzeit Eltern, wie ihnen Autofahrer begegnen, wenn sie mit Kind oder Kinderanhänger unterwegs sind. Philipp G. mit einem Erfahrungsbericht:
"
Es kann nicht oft genug betont werden, wie absurd es eigentlich ist, dass die größte Gefahr für das Leben unserer Kinder von Autofahrern ausgeht. Wie lange wollen wir es zulassen, dass unsere Städte primär Verkehrsfläche für tödliche Blechgeschosse sind, statt ein Lebens- und Begegnungsraum für Menschen jeden Alters?
In diesem Sinne finde ich die Initiative der ECF unterstützenswert. Mal sehen, welche Gedanken die Velo City sonst noch hervorbringt.
2013 wird die Velo City übrigens in Wien stattfinden. Laut Fahrradkoordinator Martin Eder vom Lebensministerium sind die Vorbereitungsarbeiten hierfür bereits angelaufen. Fahrradlobbys erhoffen sich durch die Veranstaltung einen mächtigen Impuls in Richtung eines Ausbaus der Fahrradinfrastruktur. In München etwa folgte auf die Konferenz 2007 genau das. Mit der schönen Konsequenz, dass inzwischen der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege in München an der 20-Prozent-Marke schrammt. Ein Stand, von dem Wien bekanntlich noch weit, weit entfernt ist....
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