• vom 08.06.2012, 08:26 Uhr

Freitritt

Update: 08.06.2012, 09:53 Uhr

Nationaler Radverkehrsplan

Deutschland präsentiert nationalen Radverkehrsplan: 16 Prozent Radverkehrsanteil als Ziel




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias Bernold


    Das deutsche Verkehrsministerium hat diese Woche den Entwurf für den Nationalen Radverkehrsplan 2020  (NRVP) ins Netz gestellt. Das 88 Seiten starke Papier folgt auf den Radverkehrsplan 2002-2012, der heuer ausläuft. Die Ressorts sowie die Länder und Verbände erhalten den Entwurf des NRVP jetzt zur Abstimmung. Die endgültige Fassung des soll dann im Sommer vom Bundeskabinett verabschiedet und Anfang 2013 in Kraft treten.

    Im NRVP finden sich unter anderem Maßnahmen wie integrierte Radverkehrsplanung, "Radschnellwege", Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr. sowie "Kommunikationsarbeit".  Damit soll bis zum Jahr 2020 der Radverkehr in Städten von elf auf 16 Prozent und für den ländlichen Raum acht auf 13 Prozent gesteigert werden. Der deutsche Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der nur für die Radwege an Bundesstraßen zuständig ist, versteht seinen Radverkehrsplan als wichtigen "Impulsgeber", berichteten deutsche Zeitungen.

    "Förderung des Radverkehrs kommt auch Autofahrern zugute"

    Wie jedes Strategiepapier hat auch der NRVP den großen Nachteil, dass er zwar Maßnahmen anregen, aber nichts verbindlich anordnen kann. Dennoch gibt auch der deutsche Radverkehrsplan eine bestimmte Stimmung wider. Schon im Kapitel "Grundlagen" finden sich bemerkenswerte Aussagen, vor allem, wenn man bedenkt , dass Deutschland immer das Autofahrer-Land war:

    "Die Förderung des Radverkehrs kommt allen Menschen zu gute, auch denjenigen, die überwiegend selbst das Auto nutzen oder zu Fuß gehen", heißt es dort:  "Denn der Radverkehr ist als umweltfreundlicher Verkehr weder mit Lärm noch mit schädlichen Emissionen verbunden. Sein Flächenbedarf ist gering. (...) Er bietet die Möglichkeit, insbesondere die Innenstädte von Kraftfahrzeugverkehr und damit von Stau und von Schadstoffen zu entlasten. Nicht zu letzte deshalb werden Regionen mit hohen Radverkehrsnateilen of t als besonders lebendig und lebenswert bewertet."

    Ebenfalls interessant, zumal Ramsauer erst im April mit Statements gegenüber "Kampfradlern"  ungut aufgefallen war (siehe auch Freitritt-Kommentar zu dem Thema), die Einschätzung seines Ministeriums zum Thema Regelverstöße durch Radfahrer: "Regelübertretungen und Unfälle können ein Indiz für Defizite in der Infrastruktur sein. Sind Radverkehrsanlagen nicht nutzergerecht gestaltet, beispielsweise, wenn das Überholen nicht möglich ist, dann weichen Radfahrer häufig auf andere Verkehrswege aus".

    Der NRVP zitiert bundesweite Verkehrsaudits, wonach bei Planungen von Verkehrswegen "40 Prozent der festgestellten Mängel die Bereiche des Radverkehrs betrifft". Ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob es ähnliche Studien auch für Österreich gibt. Weiß das jemand? Bitte um Zuschriften.

    Detail am Rand: Der deutsche NRVP teil Kommunen abhängig vom Radverkehrsanteil in Einsteiger ("unter 10%"), Aufsteiger (bis 25%) und Vorreiter (25+%). Wien wäre in dieser Einteilung mit einem Anteil von sechs Prozent Einsteiger. Irgendwie peinlich...




    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
    Dokument erstellt am 2012-06-08 08:29:46
    Letzte Änderung am 2012-06-08 09:53:36


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. "Keine Ahnung vom Vorrang"
    2. Fahrrad-Zeitschrift "Drahtesel" mit Relaunch
    3. Wien stellt Radfahrern Luft zur Verfügung
    4. Wiens Antwort auf Amazon & Co
    5. HausTrike-Fahrradcamper für urbane Nomaden
    Meistkommentiert
    1. "Keine Ahnung vom Vorrang"
    2. Wiens Antwort auf Amazon & Co

    Werbung




    Beim Erdrutsch Anfang Mai in der Provinz Badachschan wurden 2.000 Menschen getötet, rund 700 Familien verloren ihre Bleibe und leben nun in Zeltstädten. Die Sonne scheint immer seltener, langsam wird es kalt.

    Die Arbeiten von Banksy beschäftigen sich immer wieder mit aktuellen, sozialkritischen Themen. Hier bezieht er den öffentlichen Raum in das Bild mit ein. Haustiere kennen weder Winter- noch Sommerzeit. "Vier Pfoten" empfiehlt, sie in kleinen Schritten auf die kommende Zeitumstellung zu gewöhnen.

    Blick aus dem Louis Vuitton Foundation Kunst-und Kulturzentrum, das mitten im Pariser Bois de Boulogne errichtet wurde. Eröffnet wird der Komplex des Luxusgüterkonzerns am 27. Oktober, er hat eine Fläche von 11.700 Quadratmetern und besteht aus insgesamt elf Galerien. Link:
Link: <a href="http://www.fondationlouisvuitton.fr/" target="_blank"> Louis Vuitton Foundation </a> Aktstudie, 1882/83, Musée Toulouse-Lautrec, Albi

    Werbung