• vom 15.06.2012, 15:00 Uhr

Freitritt


Fahrrad

Liebe dahin, aber Fahrrad wieder da!




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Von Matthias Bernold


    Matthias Bernold mit Reiserad (Kona) irgendwann im Winter 2010/2011: Lange vor der großen (Flug-)Reise. Foto: Christoph Hopf

    Matthias Bernold mit Reiserad (Kona) irgendwann im Winter 2010/2011: Lange vor der großen (Flug-)Reise. Foto: Christoph Hopf Matthias Bernold mit Reiserad (Kona) irgendwann im Winter 2010/2011: Lange vor der großen (Flug-)Reise. Foto: Christoph Hopf

    Als ich mich der Liebe wegen im vergangenen September nach New York begab, war mir eines klar. Ich wollte nicht ohne Rad sein. (Blöderweise hatte man mir mein letztes New Yorker Fahrrad noch 2008 aus der Garage eines Freundes gestohlen.) Und über ein Rad verfügen, um auch einmal eine längere Tour fahren zu können, vielleicht  zu den Great Lakes Richtung Kanada oder Minneapolis entlang einer der großen Radreiserouten wie sie das Adventure Cycling Route Network empfiehlt.

    An einem schicken Rennrad in Retrooptik, auf dem mir nach 30 Minuten Arsch und Rücken schmerzen, hatte ich kein Interesse. So kam ich auf die Idee, mein Reiserad (Kona Sutra) nach New York zu expedieren. Derart - so dachte ich mir - nähme ich ein Stück Freiheit mit ins Land of the Free, ohne dort neuerlich zu investieren. Falls sich einmal mit meiner Liebsten ein Streit ergäbe, so dachte ich weiter, würde ich einfach  in die Weite treten. Alle bösen Gedanken  - so die Hoffnung -  würden damit wegschmelzen wie ranzige Butter in der Sommersonne.

    Schwer zu sagen, wie die Sache ausgegangen, wäre ich meinem Plan treut geblieben. Radreise unternahm ich jedenfalls keine. Und statt der bösen Gedanken schmolzen im Lauf der Monate Hoffnung und Liebe dahin.  Anfang 2012 saß ich dann wieder in Wien: Dunkler Stimmung, ohne Wohnung und ohne das gute Reiserad (denn das war noch in der Abstellkammer eines Apartments in Chelsea geparkt).

    Die folgenden Monate verbrachte ich damit, nachzudenken wie sich Frau und Rad zurückgewinnen ließen. Wobei ich den ersten Gedanken mit Frühlingsbeginn fallen ließ, während sich der zweite Gedanke verstärkte und mehr und mehr Richtung Obsession entwickelte. Ich prüfte Optionen (bei den Paketdiensten: nichts unter 650 USD), versuchte Freunde zu bestechen, bei der Rückkehr von  New York-Trips das Rad mitzubringen (deren Freundinnen waren dagegen) und stand kurz davor selbst noch einmal nach NY zu fliegen, um das Rad persönlich abzuholen (Ticket kostet günstigsten Falls 600 €, dazu kommen Reisespesen, Taxikosten, etc: ebenfalls nicht rentabel). Schließlich gewann ich meine ehemalige Columbia-Studienkollegin Laura, wieder einmal Wien zu besuchen: Ich übernahm die Transportkosten (Turkish Airlines verrechnen bei Interkontinentalflügen 113 USD für Fahrradgepäck, Austrian verlangt 150€, Air Berlin 125€. Hat jemand weitere Erfahrungen mit Transportkosten für Räder im Flugzeug? War das Rad nach Transport unbeschädigt?)

    In meinem Fall gelangte das Rad  weitgehend unbeschädigt in Wien an. Lediglich ein Kugellager in der Gabel war lose geworden. (Wie immer das passieren konnte. Sturzschaden?) Seit dieser Woche bin ich also wieder bereiseradelt. Als Einstieg geht es dieses Wochenende gleich einmal zum Neusiedlersee. Samt Kinder-Anhängertest mit ausgeborgtem Kind. Bericht folgt in Kürze!




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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
    Dokument erstellt am 2012-06-15 12:52:09
    Letzte Änderung am 2012-06-15 14:48:15


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