
Endlich Zeit, die Erfahrungen mit dem neuen Kinderanhänger "Cougar" der US-amerikanischen Marke Chariot zu beschreiben. Vor zwei Wochen stellte mir die Firma Bambani, das Ding zur Verfügung (Dank bei dieser Gelegenheit an Herrn Matthias Batthyány und Frau Nina Strass-Wasserlof.) Eines vorneweg: Der Transporter – unserer kam in den Farben lila/weiß - ist so etwas wie der Bentley unter den Kinderanhängern. Er kostet auch eine schöne Stange Geld: In der Grundausstattung 699 Euro. Bis er so weit ist, dass man das Kind reinsetzen und losfahren kann, sind noch einmal 69 Euro für die Anhängerkupplung fällig. Unser Wagen, der auch mit herunter
klappbaren Buggy-Reifen ausgestattet und damit auch als normaler Kinderwagen nutzbar ist, kommt auf knapp 850 Euro.
bei vielen KTM-Citybikes ist der Ständer nämlich an der hinteren Achse angebracht. Dort muss allerdings die Anhängevorrichtung für den Kinderwagen hin. Es heißt daher: entweder Seitenstütze, oder Kiddy-Transporter.
Bis man weiß, wie die Montage funktioniert, dauert es ein bisschen. Insgesamt ist das System aber auch für weniger Fingerfertige und/oder gar Akademiker zu durchschauen. Über eine Steckvorrichtung wird die Anhängerkupplung am Kinderwagen befestigt.Wie immer bei Anhängerlösungen hat man ein mulmiges Gefühl. Das liegt nicht an der Bauart des Anhängers oder dessen Fahrverhalten - der ist nämlich solide gebaut und läuft so leicht, dass ihn die Radfahrerin kaum wahrnimmt. Sondern an manchen Autofahrern, die auch einen Kinderanhänger keinesfalls als Grund sehen, den Seitenabstand zu erhöhen oder gar die Geschwindigkeit zu verringern. Ich persönlich fühle mich beim urbanen Kindertransport mit Transportfahrrädern wohler: Da hat man den besseren Überblick und weniger das Gefühl, ein unaufmerksamer Autolenker könnte den Nachwuchs im Wagerl hinten übersehen. Mit zunehmender Sensibilisierung der Autofahrerinnen im Straßenverkehr wird sich die Situation da sicher verbessern.
Im geschützten Bereich allerdings, also etwa auf dem Radweg rund um den Neusiedlersee oder auf der Prater Hauptallee, kann der Anhänger seine Qualitäten voll ausspielen. Im Fall der Tochter meines Freundes Nila bewirkte sich die Fahrt im Anhänger, dass die Kleine die meiste Zeit schlief und erst in Podersdorf ein bisschen unruhig wurde. Dass dem so ist, wird auch durch die ausgezeichnete Federung des Transporters begünstigt, der Bodenunebenheiten und Schwellen problemlos ausgleicht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang: die Laufräder sollten weniger stark als beim Fahrrad aufgepumpt sein. Ansonsten, monierte mein Freund, "neigt der Wagen zum Hüpfen".
An der Funktionalität gibt es wenig zu meckern. Mit Übung ist der Cougar mit zwei, drei Handgriffen montiert und umgebaut. Taschen ermöglichen es, die wichtigen Utensilien mitzuführen. Das Kind liegt angeschnallt und vor Sonne und Wind gut geschützt in einer Art Netz wie man es von modernen Schreibtischsesseln kennt. Das bewahrt die Frucht des Leibes davor zu schwitzen oder an Atemnot zu leiden. Einziger Wehrmutstropfen: Nila interessierte sich sehr für den Öffnungs- und Schließmechanismus des Sonnendachs, was zur Folge hatte, dass sie sich selbst immer wieder den Schatten nahm und wir einige Zwischenstopps einlegen mussten.
Der Cougar ist ein Qualitätsprodukt und trotz hohem Preis ein empfehlenswerter Kinderanhänger. Vorteile wie die Nachteile sind
vornehmlich bauart-bedingt. Während sportliche Fahrer auch mit Anhänger flott unterwegs sein und damit auch mit Kind ambitionierte Leibesertüchtigung betreiben können, hat der Cougar Nachteile im Stadtverkehr. Zu schmale Radwege und rücksichtlose Autofahrer können Eltern hier den Spaß verderben. Amin, ein Mann von großer Ordnungsliebe und einem Auge für Details, resümierte nach
Neusiedler See-Ausflug und Fahrrad-Picknick wie folgt: "Kleine Macken, aber insgesamt sehr brauchbar."

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