• vom 10.07.2012, 10:08 Uhr

Freitritt

Update: 15.07.2012, 07:59 Uhr

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Metallhase im Test: Hoppelt fröhlich dahin, aber aufpassen in Rechtskurven




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Von Matthias Bernold


    Falter-Edelfeder (a.D.) Stefan Apfl und Freitritt-Blogger Matthias Bernold beim Testen des Metallhasen. Foto: Passantin

    Falter-Edelfeder (a.D.) Stefan Apfl und Freitritt-Blogger Matthias Bernold beim Testen des Metallhasen. Foto: Passantin Falter-Edelfeder (a.D.) Stefan Apfl und Freitritt-Blogger Matthias Bernold beim Testen des Metallhasen. Foto: Passantin

    Es ist ein zweispuriges Tandem, ein Tretmobil, ein Mad Max-artiges Fahrzeug für eine Zeit nach populistischen Benzinpreis-darf-nicht-steigen-Verordnungen: Der Metallhase.

    Im postapokalyptische Streifen Mad Max rast der ehemalige Polizist Max (gespielt von Mel Gibson) durch eine triste Welt: Banden ziehen raubend und mordend durch das Land, neue Führer gründen ihre Herrschaft auf Gewalt und Terror. Die Menschen sind versprengt oder zerstritten und liegen im ständigen Kampf um den wertvollsten Rohstoff dieser Endzeit: Benzin.

    Denn während sie auf alle anderen Errungenschaften der Zivilisation verzichten mussten, während Städte zerstört und Ortschaften zerbombt wurden, können oder wollen die wilden Wüstlinge dieser Tage auf eines

    nicht verzichten: Auf ihre kraftstoffdurstigen V8-Motoren, mit denen sie in
    halsbrecherischer Geschwindigkeit durch das Wasteland jagen, um schneller bei den letzten verbleibenden Kraftstoff-Reserven zu sein.

    Wie absurd dieses Streben ist, sei dahin gestellt. Fest steht, dass die Skizze dieser Welt unserer heutigen in manchem ähnelt. Wird doch dem Auto vielfach auch dieser Tage um seiner Selbst willen gehuldigt, obwohl man es - speziell im Stadtverkehr - oft gar nicht braucht.  Seelig eine Gesellschaft, die keine anderen Sorgen hat, als über Kurzparkzonen zu streiten. Immer mehr Menschen sind allerdings den Kult ums Auto leid und suchen nach Möglichkeiten, die Wege des Lebensalltags anders zu bewältigen. Zu ihnen gehört das Architektenpaar Karen Allmer und Florian Macke, die vor ein paar Jahren beschlossen, Auto-frei zu leben. Statt mit den beiden Kindern in den Speckgürtel zu ziehen, um sich so vom Auto abhängig zu machen und den Autoverkehr durch Pendeln weiter zu erhöhen, zogen die beiden in den Sechsten ganz in die Nähe ihres Büros, um die Wege zu verkürzen.

    Weil sie als Architekten aber oftmals zu auch weiter entfernt liegenden Baustellen fahren müssen, stellte sich die Frage nach einem geeigneten Transportmittel. "Wir haben in dieser Zeit viel über den Klimawandel nachgedacht", sagt Florian. Das Auto sei einfach zu groß, zu schnell, zu laut, zu teuer und zu schmutzig. "Wir wollten ein Gefährt, mit dem wir keinen tiefen Carbon-Fußabdruck hinterlassen.
    Und eines, das Spaß macht."

    Metallhase statt Auto

    So stießen die beiden auf ein Produkt des taiwanesischen Herstellers pacific cycles, der Spezialfahrräder produziert: Ein – wenn man so will – zweispuriges Tandem, auf dem die Fahrer nebeneinander in Hartschalensitzen Platz nehmen, hatte es ihnen besonders angetan. "Das Patent stammt ursprünglich aus der Schweiz", erklärt Florian.Die beiden nahmen das Tretmobil, bestückten es mit einem leistungsfähigen Elektromotor (der Metallhase kann mit Pedelec- oder

    Tretlagermotor ausgestattet werden) und gaben ihm einen straßentauglichen Namen: Der "Metallhase" war geboren.

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
    Dokument erstellt am 2012-07-10 09:34:59
    Letzte Änderung am 2012-07-15 07:59:44


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