• vom 09.08.2012, 10:26 Uhr

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Update: 14.08.2012, 11:58 Uhr

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Fleißaufgaben zwischen Hluboka und Zvikov




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Von Matthias Bernold

  • Bernold radelt nach Berlin

Eigentlich schön, wenn man sich nicht gerade verirrt:  Radfahren in Tschechien.

Eigentlich schön, wenn man sich nicht gerade verirrt: Radfahren in Tschechien.© WZ Online / Matthias Bernold Eigentlich schön, wenn man sich nicht gerade verirrt: Radfahren in Tschechien.© WZ Online / Matthias Bernold

heute war der tag der großen irrungen. außerdem habe ich mich erstmals beim selbstgespräche führen ertappt. (laut) es dürfte ungefähr drei bis vier tage dauern bis diese form der kommunikation einsetzt. zumindest bei mir ist das so.

zunaechst zur tour: relativ spät bin ich vom campingplatz in hluboka nad vlatavou aufgebrochen. konnte irgendwie nicht aufhoeren, die entdeckung der langsamkeit zu lesen. bis ich dann eben ganz langsam war, und alles viel länger dauerte als gewöhnlich. ausserdem war die nacht eiskalt - winter is coming! - mit fleecejacke u langen hosen im schlafsack war es erträglich. nur alles nass in der früh vom morgentau.

kalt blieb es auch während der fahrt. obwohl die tagestour gleich einmal mit 12% steigung beginnt. fühlte sich fast an wie im waldviertel. dann flott weiter bis tyn, um eine art pariser spitz gefüllt mit eierlikör zu essen. weiter auf dem weg nach albrechtice dann die erste irrung: abzweigung verpasst und zurueck nach posovice gefahren. alle hoehenmeter und 5 km verloren. so wütend gewesen, dass ich begann, mich zu beschimpfen. musste spontan ein lied erfinden, um mich zu besaenftigen.

während ich noch so vor mich hinsinge, schlittere ich auch schon in irrung nr 2 . gerade noch gut durch die malerischen dörfer udraz und jehnedsko geglitten, zweige ich bei der süßen baby-ziege falsch ab  statt der wenig befahrenen gemeindestrasse fand ich mich ploetzlich auf einer art mountainbike strecke wieder. erst schotter, dann sand, durchsetzt mit spitzen kieseln: gift für die schmalen, stark aufgepumpten reifen. bin dann quer durch die felder zur bundesstrasse richtung chrastiny marschiert. sehr anstrengend.

um ein paar km gut zu machen, beschloss ich, pisek auszulassen. stattdessen direkt nach horni zahori. folge: die nächste irrung, weil der verbindungsweg endet vor einem spukhaus mit zwei riesenhaften schwarzen kettenhunden. einen dritten hund höre ich sich bellend nähern. ich muss umkehren.

kurz vor zvikov (8 km auf der landesstrasse) leiten mich die tschechen auf den moldau-radweg um. er führt durch ein malerisches waldstück: 15 km lang, nicht asphaltiert, sand, matsch, grober schotter. wieder finde ich mich in einem heftigen streitgespräch mit mir selbst und zu den bosheiten tschechischer radplaner. aber zum glück kein patschen...

(auf dem iphone getippt, deshalb keine GROSSBUCHSTABEN.)




Schlagwörter

Freitritt, Berlin, Tschechien, Fahrrad, Wien

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-08-09 10:29:50
Letzte Änderung am 2012-08-14 11:58:51


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