• vom 14.09.2012, 10:43 Uhr

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Update: 14.09.2012, 16:52 Uhr

Radfahren in Wien

Wird die Krone Radfahrer-freundlich?




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Von Matthias Bernold

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  • Kommentar von Peter Gnam.

Kommentar von Peter Gnam in der Kronenzeitung

Kommentar von Peter Gnam in der Kronenzeitung Kommentar von Peter Gnam in der Kronenzeitung

Ehre, wem Ehre gebührt. In seinem jüngsten Kommentar für die Kronenzeitung gab Politik-Redakteur Peter Gnam ein differenziertes Statement ab:

"Natürlich sind gar nicht so wenige Radfahrer in Wien ein Ärgernis", schreibt Gnam und verweist auf Rotlicht- und Gehsteigfahrer. "Ist es aber nicht so, dass es auch undisziplinierte Fußgänger und Autofahrer gibt, die Kreuzungen vorschriftswidrig überqueren, sich Redeschlachten bis hin zu Schimpforgien liefern und ihrerseits Radfahrer wüst attackieren?"

Was danach kommt, muss man als progressiv bezeichnen: "Schon einmal daran gedacht, dass Radfahrer auf Gehsteigen fahren (müssen), weil die stark befahrene Straße daneben zum Himmelfahrskommando wird?"

An dieser Stelle muss man Gnam fast schon bremsen. Leider sehe ich nämlich genügend Radfahrerinnen, die nicht auf dem Gehsteig fahren, weil es auf der Straße so gefährlich wäre, sondern weil sie zu faul sind, die Straßenseite zu wechseln, selbst wenn dort ein Radweg verläuft. Und überhaupt: Wenn sich die Radler auf den Gehsteig vertreiben lassen, glauben die Autofahrer noch mehr, dass ihnen allein die Fahrbahn gehört Aber egal. Weiter im Text:

Hier wird Gnam gegen Ende hin fast anarchistisch: "Natürlich ist das [auf dem Gehsteig fahren. Anm.] verboten, doch bei gegenseitiger Rücksichtnahme machbar. Als Radfahrer kann man ja stehen bleiben und Entschuldigung sagen. Und auf so manche Gehsteige verirrt sich ohne nur alle paar Stunden ein Passant". Sein Resümmee: Rücksichtnahme sei das Gebot der Stunde.

Was die Rücksichtnahme angeht, wird Gnam Recht haben. Sein Aufruf, die Gehsteige für Radfahrer zu öffnen, ist fragwürdig. Ziel muss doch eine Straßeninfrastruktur sein, die Radfahrern so viel Platz einräumt und die so sicher ist, dass sie diskriminierungsfrei und regelkonform am Verkehr teilnehmen können. Was der Kommentar aber deutlich macht, ist der Schwenk weg vom  Radfahrer-Bashing hin zu einer balancierteren Sichtweise. Dazu muss man gratulieren. Weiter so.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-09-14 10:43:48
Letzte Änderung am 2012-09-14 16:52:14


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