
In ihrem Gastkommentar für die deutsche Wochenzeitung Die Zeit erklärt die US-amerikanische Fahrradforscherin Jane Pirone, die in New York City an der Parsons Designhochschule das Design- und Forschungszentrum urbanBIKE Initiative gründete, wie sich die Zahl der Radfahrerinnen in den Städten erhöhen lässt.
"Wenn es nur um Nutzen und Effizienz ginge – also die einfache Frage, wie eine große Menge an Menschen am besten von A nach B kommt – hätten wir vielleicht schon eine Fahrradgesellschaft; so wie sie vor 30 Jahren in Peking existierte", schreibt Pirone. Allerdings gehe es in Fragen der Mobiltität leider nicht nur um rationelle Entscheidungen und die Frage wie man am besten von A nach B kommt. "Wir müssen auch psychologische Faktoren bedenken, Wirtschaft und Politik sowie die Tradition und die Interessen von Stadtplanern. Dazu kommen Variablen wie Mode, Geschmack, Ästhetik, Stil und Identität – bis hin zu Subkulturen, die beeinflussen können, welche kulturellen Trends sich am Ende durchsetzen."
Um mehr Menschen zu Radfahrerinnen zu machen, rät die Forscherin dazu, sich direkt an die Jugend zu wenden. Ende Februar soll in NY deshalb ein Jugendfahrradgipfel stattfinden, den Pirones Forschunhszentrum mitorganisiert.
"Wie wir uns durch den städtischen Raum bewegen, hat direkten Einfluss darauf, wie sich dieser städtische Raum verändert", schreibt Pirone: "Wir müssen uns im Klaren sein, dass unser Leben in der Stadt niemals einen fertigen Zustand erreichen wird, sondern immer im Umbruch ist. Um das Fahrrad [...] noch attraktiver zu machen, dürfen wir es nicht als ein Artefakt betrachten. Wir müssen es vielmehr als System begreifen – am besten auf drei Ebenen: der des einzelnen, der von Institutionen und Gruppen und der von Politik und Stadtplanung."
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