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Fahrradweg am Ring: The Good, The Bad and The Weird




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Von Matthias Bernold

Mehr und mehr entwickelt sich der Ringradweg vom städteplanerischen Irrweg in Richtung einer modernen Radroute. Der Widerstand dagegen ist ebenso einfältig wie putzig.


Radwege verlaufen vor dem Parlament jetzt innerhalb- und ausserhalb des Rings. Grafik: Die Grünen

Radwege verlaufen vor dem Parlament jetzt innerhalb- und ausserhalb des Rings. Grafik: Die Grünen Radwege verlaufen vor dem Parlament jetzt innerhalb- und ausserhalb des Rings. Grafik: Die Grünen

Seit Ursula Stenzel, die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt,  ihr Herz für Bäume entdeckte, hat die Debatte um den Ausbau des Ringradwegs deutlich an Unterhaltungswert gewonnen. Wer wäre nicht beeindruckt vom tatkräftigen Aktionismus der Politikerin, die sich so heroisch in eine Reihe stellt mit den Mutigen dieser Welt,  den Tribunen, den Freiheitskämpfern!

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Schon im August kettete sich die ÖVP-Politikern für einen Fototermin an einen Baum, der zugunsten des neuen Ringradwegs gerodet werden sollte. Vergangene Woche - als das neues Teilstück der Radroute am Äußeren Ring (Kunst- und Naturhistorischen Museum und am Parlament bis zur verlängerten Babenberger Straße) offiziell eröffnet wurde - rief Stenzel zur "Wintersperre des Ringradwegs" auf. Vorgeblicher Grund: Weil die Radwege bei Schnee und Glatteis geräumt und gestreut werden müssten, litten darunter die Bäume.

Dass ihre politische Schau durchsichtig ist und wieder nur ein bloßes Agitieren gegen die radelnden Sündenböcke, irritiert Stenzel kein bisschen. Kann sie sich doch des Applauses ihrer Klientel sicher sein. Weiß doch ohnehin jeder, was die ÖVP-Politikerin in Wirklichkeit meint, wenn sie von Umweltschutz spricht: nämlich stures Lobbying für Autofahrerinnen und gegen Fahrradfahrer. Indem sie munter Garagen plant, indem sie Fahrradständer in der City ebenso verhindert wie vernünftige Lösungen zur Bezirksquerung oder Radfahren gegen die  Einbahn. Die Sorge um die Bäume ist da nur die Fortsetzung einer bereits bekannten Politik mit drolligen Mitteln.

Sollte Stenzel die Angst um den Baumbestand tatsächlich zusetzen, liegt seit Jahren elegante Lösungen (Link zur Webseite der IG-Fahrrad mit möglichen Varianten) auf dem Tisch: Den Ring auf zwei schmälere Autofahrstreifen reduzieren zum Beispiel und dafür einen modernen Radweg auf die Fahrbahn zu legen: Das freute nämlich die Bäume. Und Fußgänger und Radler sowieso...



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-10-29 11:27:43
Letzte Änderung am 2012-10-29 16:19:09


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