• vom 29.10.2012, 11:15 Uhr

Freitritt

Update: 29.10.2012, 16:19 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (9)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Freitritt

Fahrradweg am Ring: The Good, The Bad and The Weird


Von Matthias Bernold

Mehr und mehr entwickelt sich der Ringradweg vom städteplanerischen Irrweg in Richtung einer modernen Radroute. Der Widerstand dagegen ist ebenso einfältig wie putzig.


Radwege verlaufen vor dem Parlament jetzt innerhalb- und ausserhalb des Rings. Grafik: Die Grünen

Radwege verlaufen vor dem Parlament jetzt innerhalb- und ausserhalb des Rings. Grafik: Die Grünen Radwege verlaufen vor dem Parlament jetzt innerhalb- und ausserhalb des Rings. Grafik: Die Grünen

Seit Ursula Stenzel, die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt,  ihr Herz für Bäume entdeckte, hat die Debatte um den Ausbau des Ringradwegs deutlich an Unterhaltungswert gewonnen. Wer wäre nicht beeindruckt vom tatkräftigen Aktionismus der Politikerin, die sich so heroisch in eine Reihe stellt mit den Mutigen dieser Welt,  den Tribunen, den Freiheitskämpfern!

Werbung

Schon im August kettete sich die ÖVP-Politikern für einen Fototermin an einen Baum, der zugunsten des neuen Ringradwegs gerodet werden sollte. Vergangene Woche - als das neues Teilstück der Radroute am Äußeren Ring (Kunst- und Naturhistorischen Museum und am Parlament bis zur verlängerten Babenberger Straße) offiziell eröffnet wurde - rief Stenzel zur "Wintersperre des Ringradwegs" auf. Vorgeblicher Grund: Weil die Radwege bei Schnee und Glatteis geräumt und gestreut werden müssten, litten darunter die Bäume.

Dass ihre politische Schau durchsichtig ist und wieder nur ein bloßes Agitieren gegen die radelnden Sündenböcke, irritiert Stenzel kein bisschen. Kann sie sich doch des Applauses ihrer Klientel sicher sein. Weiß doch ohnehin jeder, was die ÖVP-Politikerin in Wirklichkeit meint, wenn sie von Umweltschutz spricht: nämlich stures Lobbying für Autofahrerinnen und gegen Fahrradfahrer. Indem sie munter Garagen plant, indem sie Fahrradständer in der City ebenso verhindert wie vernünftige Lösungen zur Bezirksquerung oder Radfahren gegen die  Einbahn. Die Sorge um die Bäume ist da nur die Fortsetzung einer bereits bekannten Politik mit drolligen Mitteln.

Sollte Stenzel die Angst um den Baumbestand tatsächlich zusetzen, liegt seit Jahren elegante Lösungen (Link zur Webseite der IG-Fahrrad mit möglichen Varianten) auf dem Tisch: Den Ring auf zwei schmälere Autofahrstreifen reduzieren zum Beispiel und dafür einen modernen Radweg auf die Fahrbahn zu legen: Das freute nämlich die Bäume. Und Fußgänger und Radler sowieso...



1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-29 11:27:43
Letzte Änderung am 2012-10-29 16:19:09


Beliebte Inhalte



Michael Cramer will den Fahrradtourismus fördern . - Bernold
  • Die Aufregung um das Rad-Thema wird laut Experten bald verschwinden.
  • weiter

Rund 3500 Räder statt Autos waren am Donnerstag am Ring unterwegs. - APAweb / Herbert Pfarrhofer Wien. Große Drahtesel-Parade in Wien: Am Donnerstagabend haben etwa 3500 Personen am "Radcorso" teilgenommen. Der Tross zog vom Burgtheater über den...weiter

Fahrradhaus-Chefin Konstanze Gutschi und Thomas Fath wollen das Radfahren in der Stadt populärer machen. - M. Bernold Seit ein paar Wochen ist das mobile Fahrradhaus der Stadt Wien auf Tour. Derzeit steht der Container am Wallensteinplatz in der Wiener Brigittenau...weiter

Michael Cramer will den Fahrradtourismus fördern . - Bernold
  • Die Aufregung um das Rad-Thema wird laut Experten bald verschwinden.
  • weiter

Rund 3500 Räder statt Autos waren am Donnerstag am Ring unterwegs. - APAweb / Herbert Pfarrhofer Wien. Große Drahtesel-Parade in Wien: Am Donnerstagabend haben etwa 3500 Personen am "Radcorso" teilgenommen. Der Tross zog vom Burgtheater über den...weiter

Fahrradhaus-Chefin Konstanze Gutschi und Thomas Fath wollen das Radfahren in der Stadt populärer machen. - M. Bernold Seit ein paar Wochen ist das mobile Fahrradhaus der Stadt Wien auf Tour. Derzeit steht der Container am Wallensteinplatz in der Wiener Brigittenau...weiter




Werbung




Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung