
Die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen und die Beharrlichkeit der Menschen, Benzin auch unter schwierigsten Umständen besorgen zu wollen, zeigt sich derzeit vor dem Fenster meines Hotels in Brooklyn. Am Eck der Union Street mit der vierten Avenue befindet sich eine Tankstelle. Durch die gesamte Union Street und ums Eck in die dritte Avenue steht eine Schlange wartender Kraftfahrzeuge, Taxis, Lkw, Pkw, manchmal mit laufendem Motor, manchmal die Motoren abgestellt, immer wieder hupend. Die Schlange windet sich in der dritten Avenue über zehn Blocks Richtung Süden, blockiert dort die gesamte Fahrspur. 24 Stunden am Tag und dies obwohl der Tankstelle dazwischen das Benzin ausgeht und die Menschen stundenlang stehen und gar nichts weiter geht. Aber wenn die nächste Lieferung mit dem Tankwagen kommt, wollen die Leute nicht die gewartete Zeit "verlieren".
Die New Yorker Polizei kontrolliert und beobachtet das Anstellen, um zu verhindern, dass die erbosten Autofahrer übereinander herfallen, wenn einer versucht sich vorzudrängen.
Es ist ein jämmerlicher Anblick. Es zeigt die Verletzlichkeit einer Metropole. Und die verwundbare Position, in die mensch sich durch die Abhängigkeit vom Auto begibt. Ich frage mich außerdem: wenn die Leute Zeit haben, acht Stunden lang auf eine Tankfüllung zu warten: warum fahren sie in der Zeit nicht mit dem Rad oder gehen überhaupt zu Fuß?
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