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Update: 11.01.2017, 11:21 Uhr

Verkehrsberuhigung

Maßnahme gegen Luftverschmutzung: Paris will Autoverkehr halbieren




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Von Matthias G. Bernold

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Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung".

Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung".© Wiener Zeitung Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung".© Wiener Zeitung

Wer dieser Tage in Wien auf der Umwelt-App Plume die Schadstoffwerte überfliegt oder einen Blick auf die Luftgüte-Aufzeichnungen des Umweltbundesamtes wirft, den befällt Unbehagen. Fast kein Tag, an dem die empfohlenen Werte nicht überschritten würden: Giftige Stickstoffoxide, Ozon und vor allem Feinstaub belasten die Gesundheit. Das kalte Tiefdruckwetter und – für Wiener Verhältnisse – relativ wenig Wind bewirken, dass in einer Wolke über der Stadt hängen bleibt, was Rauchfänge und Auspuffe an Dreck emittieren.

Ähnlich schlechte oder schlechtere Werte als Wien verzeichnen auch die Messungen in anderen Metropolen. Nachdem die Luftverschmutzung in ihrer Stadt ständig neue Spitzenwerte erreicht, setzt die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo jetzt Maßnahmen, um den Kfz-Verkehr zu begrenzen. Wie die britische Zeitung Guardian berichtet, will Hidalgo die Zahl der Autos halbieren, um "den öffentlichen Raum für Fußgänger, Radfahrer und andere nicht-die-Umwelt-schädigende Verkehrsmittel zurückzuerobern".

Fußgängerzone an der Seine

So soll ein ein Kilometer langer Abschnitt an der Seine vom Place de la Concorde bis Pont Royal exklusiv für den Fußgänger- und Rad-Verkehr geöffnet werden. Die Stadtverwaltung plant außerdem, den Kfz-Verkehr in zwei Ost-West-Hauptverkehrsverbindungen zu beschränken.

Hidalgo will eine neue Elektro-Bus-Linie entlang der Seine, mehr Radwege an stark befahrenen Straßen sowie die Erweiterung von verkehrsberuhigten Zonen im  innerstädtischen Bereich, berichtet der Guardian: Der Wandel hin zu sauberen Verkehrsmitteln sei "absolute Priorität". "Die Flut an Autos ist dramatisch", wurde die Bürgermeisterin zitiert: "Wir können nicht warten, bis sie uns alle wegschwemmen. Es gibt zu viele Autos in Paris."

"Es gibt zu viele Autos in Paris"

Die Ankündigung Hidalgos ist ein weiterer Schritt im ambitionierten Verkehrskonzept der französischen Hauptstadt. Trotz wütender Proteste von Autofahrern hatte Hidalgo bereits im vergangenen Sommer einen 3,3 Kilometer langen Abschnitt der Schnellstraße entlang der Seine vom Jardin des Tuileries im ersten  Arrondissement bis zum Port de l’Arsenal nahe der Bastille im vierten Arrondissement für Kfz sperren lassen. Im vergangenen Dezember trat als vorübergehende Notmaßnahme gegen die Luftverschmutzung eine Regelung in Kraft, wonach an ungeraden Tagen nur Autos mit ungeraden Autonummer und an geraden nur Autos mit geraden Autonummer unterwegs sein durften.

Hidalgo, die im April 2014 als erste Frau Bürgermeisterin von Paris wurde, zeigte sich von der Kritik der Autofahrerorganisationen unbeeindruckt: Sie sehe sich künftigen Generationen verpflichtet. "Wir beginnen jetzt mit der schrittweisen Verkehrsberuhigung des Stadtzentrums. Es wird geöffnet bleiben für Anrainer-Kfz, Einsatzkräfte und Lieferungen. Aber nicht für den übrigen motorisierten Individualverkehr."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-11 11:04:04
Letzte nderung am 2017-01-11 11:21:48



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