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Update: 22.07.2017, 08:21 Uhr

Automacho

"Auto-Macho"-Kampagne gegen sexistische Aggression




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Von Matthias G. Bernold

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Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung".

Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung".© Wiener Zeitung Freitritt - Der Radblog der "Wiener Zeitung".© Wiener Zeitung

Am vergangenen Donnerstag starteten Aktivistinnen der Berliner Initiative Volksentscheid Fahrrad ihre #Automacho-Kampagne. Ziel: auf herabwürdigende Beleidigungen und aggressive Konfrontationen mit Autofahrern aufmerksam machen. Aber: sind Männer wirklich die aggressiveren Verkehrsteilnehmer? Und: Braucht es vielleicht eine ähnliche Kampagne für Wien?

Wer auf dem Fahrrad in Wien unterwegs ist, kennt die Situation: Aggressive Autofahrer, die den Motor aufheulen lassen, wenn sie nicht sofort überholen können. Dazu: Hupen, Schimpfen, Drohgebärden. Ganz ähnlich dürfte die Situation in Berlin sein – oftmals ergänzt um eine sexistische Komponente.

Information

Volksentscheid Fahrrad ist eine Berliner Initiative von Radfahrenden, die sich für den Beschluss eines Radverkehrsgesetzes engagiert. Die Aktivistinnen und Aktivisten haben einen Zehn-Punkte-Plan erarbeitet, der Berlin zur radfreundlichen Stadt machen soll. 105.425 Unterschriften wurden gesammelt, um die Stadtregierung zum Handeln zu zwingen. Mit der Kampagne "Automacho" versucht die Initiative, gegen Aggression im
Straßenverkehr aufzutreten.

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"Frauen, die in Berlin mit dem Fahrrad unterwegs sind, müssen sich häufig Schimpfwörter wie "Schlampe", "Fotze" oder "Hure" anhören", wird Johanna Dickershoff, eine der Mit-Initiatorinnen der Kampagne in einer Aussendung zitiert: "Frauen machen  Erfahrungen, die in anderen Bereichen nicht mehr toleriert werden." Daran werde deutlich, dass es im Straßenverkehr noch an Zivilisation fehlt und das Recht des Stärkeren zu gelten scheint.

Mit einer Change.org-Petition fordern die Radfahrerinnen nun Berlins Politiker auf, Stellung gegen aggressive und oft sexistische "Automachos" zu beziehen. Ein Weg in diese Richtung sei die zügige Verabschiedung und Umsetzung des von der Initiative geforderten RadGesetzes, das geschützte Radwege und eine faire Flächenverteilung einrichten soll, um Konfliktsituationen zu entschärfen. Um deutlich zu machen, dass derartig aggressives Verhalten nicht tolerierbar ist, sind Radfahrende aufgerufen, unter dem Hashtag #Automacho auf Facebook, Twitter und Co. Erfahrungen mit der Problematik zu teilen.

Die Aktivistinnen verweisen auf Umfragen und Statistiken, wonach sich Männer im Straßenverkehr angeblich aggressiver und rücksichtsloser verhalten. Unzulässiges Überholen, Schneiden anderer Verkehrsteilnehmer und Alkohol am Steuer seien zum überwiegenden Teil Verhaltensweisen von Männern. Ebenso seien Geschwindigkeitsüberschreitungen und sonstige Unarten bzw. Delikte im Straßenverkehr eine männliche Domäne.

Ist Aggression im Straßenverkehr männlich?

Ich selbst kann nun nichts darüber sagen, wie oft offen feindseliges Verhalten wie Beschimpfen, Anhupen, Bedrohen etc. von Autofahrern eine sexistische Grundlage hat. Ich bin Zeuge unachtsamen und rücksichtslosen Verhaltens von Autolenkern wie von Autolenkerinnen geworden, etwa wenn es um verstellte Radwege, Dooring oder Rechtsabbiegen-ohne-schauen ging. Meiner Erfahrung nach sind es aber durchwegs Männer, die bewusst aggressives oder feindseliges Verhalten setzen. Also hupen, schimpfen oder ihre Fahrweise als Drohgebärde missbrauchen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-21 11:59:05
Letzte ─nderung am 2017-07-22 08:21:51



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