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Update: 15.09.2017, 08:50 Uhr

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Produkttest: Tern Vektron – ein E-Bike zum Knicken




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Von Matthias G. Bernold

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Das Tern Vektron ist eines der ersten E-Bikes zum Falten - © Tern Bicycles

Das Tern Vektron ist eines der ersten E-Bikes zum Falten © Tern Bicycles

Blick auf den Lenker des Tern Vektron mit integriertem Scheinwerfer: Links die Steuerungseinheit für den E-Antrieb

Blick auf den Lenker des Tern Vektron mit integriertem Scheinwerfer: Links die Steuerungseinheit für den E-Antrieb© David Thompson Blick auf den Lenker des Tern Vektron mit integriertem Scheinwerfer: Links die Steuerungseinheit für den E-Antrieb© David Thompson

Diesen Sommer hatte ich Gelegenheit, das neue Tern Vektron zu testen: Ein E-Bike, das sich falten lässt.

Das Tern Vektron wurde mir von der in Stuttgart ansässigen Agentur inMotion zur Verfügung gestellt, die für mehrere Fahrrad-Marken die Pressearbeit besorgt. Ich hatte mehrere Wochen lang Gelegenheit, das Faltrad mit E-Zusatzantrieb ausführlich zu testen. Meistens war ich in der Stadt damit unterwegs. Ich bin aber auch einige längere Radtouren (bis 30 Kilometer) damit gefahren.

Das Fahrrad (Preis: knapp 3.000 Euro) zeichnet sich durch eine sehr solide Verarbeitung, gute Komponenten und eine komplette Ausstattung aus: u.a. hydraulische Deore-Scheibenbremsen, integrierte Scheinwerfer mit 150 Lumen und Touren-tauglichen Gepäckträger. Ein 250 Watt starker Bosch-Pedelec-Motor drängt zügig nach vorn. Vier verschiedene Einstellungen – Eco, Touring, Sport und Turbo – können mit einem Regler am Lenker ausgewählt werden. Sie bestimmen Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung, was vermutlich Auswirkungen auf die Akku-Reichweite hat. Letztere wird vom Hersteller mit 100 Kilometern angegeben. Mir ist es – ehrlich gestanden – nicht gelungen, das Rad "trocken" zu fahren, weil ich es nach längeren Fahrten regelmäßig an die Steckdose gehängt habe. Zum Aufladen muss die Batterie nicht ausgebaut werden: Stattdessen wird unten am Akku ein Stecker eingekllnkt.

Stark, vielleicht etwas zu stark: Pedelec-Motor von Bosch

Stark, vielleicht etwas zu stark: Pedelec-Motor von Bosch© David Thompson Stark, vielleicht etwas zu stark: Pedelec-Motor von Bosch© David Thompson

Fahrverhalten

Der E-Zusatzantrieb ist ausgesprochen kraftvoll. Für meinen Geschmack fast eine Übermotorisierung. Radfahren wird praktisch ohne jeden Kraftaufwand möglich. Auch starke Steigungen und Gegenwind packt der Motor problemlos.

Überhaupt spielt das Tern beim Fahren seine Stärken aus. Nach ein paar Metern gewöhnt man sich an den – im Vergleich zu einem Nicht-Faltrad – kürzeren Radstand und bekommt ein sicheres Fahrgefühl. Für den Alltag, insbesondere auch in hügeligen Gegenden, und für Radtouren ist das E-Bike eine gute Wahl.

Was mir positiv aufgefallen ist: Durch eine Art Teleskop-Mechanismus ist die Sattelstütze zwei Mal verlängerbar. Damit wird das Tern auch für größer gewachsene Fahrer und Fahrerinnen interessant. (Oft ein Schwachpunkt bei Falträdern.)

Falt-Mechanismus

Der Falt-Mechanismus – für mich ein entscheidendes Kriterium – ist relativ einfach zu bedienen. Beim ersten Mal Zusammenklappen dauert es natürlich etwas länger. Aber die Verschlüsse sind groß und einfach zu öffnen. Beim Arretieren hinterlassen sie einen sehr soliden Eindruck. Laut Hersteller ist das Vektron innerhalb von zehn Sekunden zusammengeklappt. So schnell ist es mir nicht gelungen. Aber: Mit etwas Übung schafft man es jedenfalls unter einer Minute.

Abmessungen

Mit Abmessungen von 86 x 68 x 36 Zentimetern im gefalteten Zustand ist das Rad immer noch ein recht sperriges Teil. Der britische Konkurrent Brompton hat da die Nase vorn. Immerhin lässt sich das zusammengeklappte Tern am ausgezogenen Sattel greifen und durch die Gegend schieben: Ein Vorteil, wenn man das Rad in Bus oder Bim mitnehmen will.

Schwachpunkt Gewicht

Apropos: Bus oder Bim. Der große Vorteil von Falträdern liegt ja in deren "multimodalem" Einsatz: das heißt in der Verwendung in Verbindung mit anderen Verkehrsmitteln. In den Zügen der ÖBB oder in den Verkehrsmitteln der Wiener Linien zählt ein gefaltetes Rad als Gepäckstück und nicht als Fahrrad. Weshalb es einfacher, günstiger und ohne zeitliche Beschränkungen mitgenommen werden kann.

Jetzt der  –  meiner Ansicht nach – größte Schwachpunkt:  das hohe Gewicht von knapp 22 Kilogramm. Bei so viel Gewicht überlegt man zweimal, ob man das Rad jetzt ohne Lift runter zu U-Bahn trägt und nicht lieber weiterradelt. Letzteres macht jedenfalls deutlich mehr Spaß...

Fazit

Ein solide verarbeitetes E-Faltrad, das sich ausgezeichnet fährt. Schwachpunkt: Das hohe Gewicht, das die Alltagstauglichkeit im multimodalen Einsatz verringert.

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tern, vektron

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-14 11:38:28
Letzte nderung am 2017-09-15 08:50:31



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