• vom 23.10.2017, 06:30 Uhr

Freitritt


Logistik

GLS eröffnet Mikrodepot für E-Lastenräder in Graz




  • Artikel
  • Lesenswert (11)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias G. Bernold

  • Freitritt

- © GLS

© GLS

Der Paketzusteller GLS eröffnet in Graz ein neues Lastenrad-Depot. Lastenräder ersetzen hier zumindest einige Diesel-Fahrten und leisten einen Beitrag zu besserer Luft in der steirischen (Feinstaub-) Landeshauptstadt.

Heuer im März habe ich an dieser Stelle mehrfach von der großen Logistik-Konferenz in Wien berichtet. Schon damals präsentierten die großen internationalen Logistikunternehmen ihre Vorstellungen, wie und unter welchen Voraussetzungen sie ihre Fuhrparks von Diesel-Lkw auf E-Bikes umstellen können. Seit einiger Zeit laufen bereits entsprechende Pilotversuche in verschiedenen Städten. Von der Umstellung erhoffen sich die Städte weniger Verkehr, weniger Feinstaub und Lärm. Logistik-Unternehmen wiederum könnten mit dieser Variante Zeit, Sprit und Kosten sparen. (E-Bikes sind in der Erhaltung deutlich günstiger und kommen im dichten Stadtverkehr schneller voran.)

Das empfohlene Rezept dazu lautet: Statt große Verteilerzentren an die Stadtränder zu bauen,  wo aus der ständig wachsende Berg an Paketen mittels Klein-Lkw abgeholt und zu den Haushalten gebracht wird. Besser mehrere lokale Verteilzentren in den Städten errichten, damit die Zustellung lokal mit E-Transporträdern erfolgen kann.

Einen Schritt in diese Richtung hat jetzt der zur britischen Post gehörende Paketdienst GLS (General Logistics Systems) gesetzt: Ausgehend vom neuen Verteilzentrum im Stadtteil Graz-Liebenau beliefern seit Oktober vier E-Bikes die Stadtteile Liebenau, Puntigam, Mariatrost, Andritz, Gösting und Teile von Graz-Umgebung. Die E-Bikes ersetzten drei Kfz, heißt es dazu in einer Aussendung des Unternehmens.

E-Bikes vereinfachen die City-Logistik

"Unser Lastenrad-Depot in Graz ist ein Meilenstein in Richtung nachhaltiger City-Logistik", wird GLS Austria-Manager Axel Spörl zitiert. "Mit diesem innovativen und zukunftsweisenden Projekt gehen wir neue Wege, von denen alle Beteiligten profitieren."

Der innerstädtische, stationäre Handel könne flexibler agieren, da die Lastenräder die Einkaufsstraßen im Gegensatz zu Transportern den ganzen Tag durchqueren dürfen. Somit könne GLS in den Geschäften ganztags Pakete zustellen und abholen, heißt es in der Aussendung weiter.

Auf dem Weg zu einer neuen Logistik?

So begrüßenswert Initiativen wie die von GLS sind. Wenn man sich die Gesamtentwicklung des Güterverkehrs ansieht, ist es leider nur ein sehr kleiner Tropfen auf einem sehr großen und sehr heißen Stein. Einer Handvoll E-Transporträdern steht eine gewaltige Flotte an Diesel-Lkw gegenüber. In Wien zum Beispiel sind  momentan rund 500 Transporträder unterwegs, aber fast 60.000 Klein-Lkw.

Die im März dieses Jahres in Wien beschlossene finanzielle Förderung von Lastenrädern ist gut und richtig, aber als Maßnahme alleine zu wenig. Damit der professionelle Lieferbetrieb eines Tages CO2-neutral abgewickelt werden kann, braucht es andere verkehrspolitische Rahmenbedingungen: Verkehrsbeschränkungen für Kfz, Umweltzonen, Reduktion des Parkraums, den Bau großzügiger und sicherer Rad- und Fußgänger-Infrastruktur. Schließlich: Ein Ende der Privilegierung von Diesel-Kraftstoff.





Schlagwörter

Logistik, e-Bike, Transporträder

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-21 10:13:51
Letzte nderung am 2017-10-21 10:24:09




Werbung






Werbung


Werbung