• vom 16.03.2012, 16:28 Uhr

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Update: 02.04.2012, 17:53 Uhr

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Radeln trotz Gehbehinderung: Ein Wiener bleibt dank Liege-Trike mobil




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Von Matthias Bernold, WZ-Rad-Blogger

  • Freitritt - der Radblog
  • Gemeinde Wien stellt Fahrrad-Garage für zwei Schwerbehinderte zur Verfügung.
  • Liege-Trike mit Elektro-Motor.

Nachteil des Liege-Trikes: Weil das Rad so niedrig ist, gerät man schnell in den toten Winkel von Lieferwägen und SUVs. - © WZ Online / Matthias Bernold

Nachteil des Liege-Trikes: Weil das Rad so niedrig ist, gerät man schnell in den toten Winkel von Lieferwägen und SUVs. © WZ Online / Matthias Bernold

Wer sich viel im Internet umtut und für Themen wie Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung oder Fahrradfahren interessiert, stößt früher oder später auf Manfred Schindler. Der ehemalige Direktor der Volkshochschule Hietzing ist ein reger Web 2.0-Netzwerker und Stammgast in vielen Online-Foren. In der realen Welt lernte ich ihn bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Fahrrad im Grünen Haus in der Lindengasse kennen. Beim Jour Fixe von IG-Fahrrad und Argus Anfang März sah ich dann erstmals auch sein Liege-Trike, das es ihm erlaubt – trotz schwerer Gehbehinderung – mobil zu bleiben.

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"Fahrradfahren bedeut Freiheit, Bewegung und Spaß für mich", sagt er: "Es ist heute praktisch die einzige Möglichkeit, herum zu kommen. Mit allen anderen Verkehrsmitteln wäre das viel teurer oder zu anstrengend."

Vergangenen Freitag habe ich Manfred in seiner Wohnung in Mariahilf besucht. Auch um die gerade erst umgebaute Garage zu besichtigen, die ihm von der Gemeinde Wien leihweise überlassen wurde. Während des Interviews liegt er auf seiner roten Stoff-Couch. In Griffweite: Sein iPhone, die Krücken, und der Rollator. "Dass ich die Beine hochlagere hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun", schmunzelt er: "Ich hab ein massives Lymphödem, und wenn ich länger sitze oder stehe, schwellen mir die Beine an. Deshalb muss ich den Großteil des Tages liegend verbringen."

Auf dem Liegetrike

Manfred, der heuer 58 wird, hat eine lange Krankengeschichte, die sich mit Auf und Abs über drei Jahrzehnte zieht. Die Details sind zu persönlich, um sie hier breit zu treten. Nur so viel: Manfred kämpft infolge seiner chronischen Erkrankung mit schweren Infektionen. Den Tiefpunkt erlebte er am Weihnachtsabend 2004, als seine Schmerzen so unerträglich wurden, dass er eine Spitals-Ambulanz aufsuchte. Seine anfängliche Hoffnung, es werde sich um eine seiner "üblichen" Infektionen handeln und er werde bald wieder daheim sein, sollte sich nicht bestätigen. Seine Nieren hatten ausgesetzt.

Aufgrund von zahlreichen Operationen und Behandlungen hängt er zwischen Weihnachten 2004 und Anfang 2011 entweder im Spital oder in der eigenen Wohnung fest. Die ersten eineinhalb Jahre kann er nicht einmal das Bett verlassen. Mit seiner beruflichen Karriere ist es vorbei.

Obwohl ihm die Ärzte damals geringe Chancen einräumen, sich je wieder zu erholen, gibt Manfred nicht auf. Seine Familie und viele gute Freunde helfen ihm durch die schwierige Zeit. "Da, wo du jetzt sitzt, sind meine Freunde gesessen", erzählt er mir, "wir haben viel geredet und oft geweint. Aber auch viel miteinander gelacht". Viele hätten damals geglaubt, sie würden Manfred zum letzten Mal sehen. Er selber habe allerdings nie aufgegeben. "Ich kann nicht erklären warum. Aber ich hab immer das Gefühl gehabt, das wird schon wieder".

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Auf dem Liegetrike


Manfred Schindler ist gehbehindert. Mit seinem Liegetrike gewann er ein Stück Freiheit zurück.

Manfred Schindler ist gehbehindert. Mit seinem Liegetrike gewann er ein Stück Freiheit zurück.



Schlagwörter

Freitritt, Porträt, Liege-Trike

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2012-03-16 16:30:13
Letzte Änderung am 2012-04-02 17:53:17


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