• Artikel vom 26.01.2012, 14:28 Uhr

Jüdisch leben

Update: 10.02.2012, 13:52 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Jüdisch leben

Die freche Perspektive


Von Alexia Weiss

Alexia Weiss ist Journalistin und Autorin.

Alexia Weiss ist Journalistin und Autorin.Paul Divjak Alexia Weiss ist Journalistin und Autorin.Paul Divjak

Wenn ich mich in meiner Wohnung so umsehe, ist eine gewisse Affinität zu Büchern nicht zu verleugnen. Besonders der Stoß neben dem Nachttischchen wächst und wächst. Bücher sind eben schneller gekauft als gelesen. Wie wünscht man sich da die Schul- und Studienzeiten zurück, in denen das Geschichten-Inhalieren noch so leicht zu bewerkstelligen war.

Werbung

Meine Bücherwand ist grob thematisch geordnet. In den vergangenen zehn Jahren hat sich hier allerdings ein Themenfeld besonders breit gemacht: die jüdischen Bücher. Sie denken nun an religiöse Abhandlungen und theoretische Schriften? Aber nein! Es gibt so viele freche Auseinandersetzungen mit dem Thema Judentum. Erzählungen, Romane, Ratgeber.

Wie geht es dem russisch-jüdischen Einwanderer in die USA? Dem Aussteiger aus dem orthodoxen Judentum in New York? Oder der Israelin, die nach dem Armeedienst versucht, in Asien das Leben in vollen Zügen zu genießen? Letzteres wird in "Moomlatz oder Wie ich versuchte in Asien meine Unschuld zu verlieren" von Iris Bahr beantwortet. Sicher eher leichte Lektüre. Dahinter steht aber die Erfahrung von tausenden und abertausenden jungen Menschen, die nach den Jahren beim Heer zu sich selbst finden und schlicht einmal das Leben genießen wollen. Viele junge Israelis zieht es in dieser Lebensphase nach Indien, Nepal, Thailand.

Ja, natürlich, wenn Sie eine seriöse Einführung in das Judentum suchen, dann empfiehlt sich beispielsweise das Standardwerk "Wie Juden leben" von Israel M. Lau. Hier erfahren Sie alles über den Lebens- und Jahreskreislauf, Bräuche, Riten.

Sich einfach in verschiedene jüdische Lebenswelten und Identitäten einzulassen, vermittelt aber vielleicht stärker das, was wir Jüdischkeit nennen. Nein, der Begriff findet sich nicht im Online-Duden. Was man darunter versteht? Die vielen kleinen Dinge, die eine jüdische Identität eben ausmachen. Bei dem einen ist es das wöchentliche Familienessen am Freitag Abend, zu Schabbat-Eingang. Beim anderen die stärkende Hühnersuppe, die von der Mutter sofort gekocht wird, wenn man krank ist, oder das elterliche Pochen, dass die Kinder lernen, lernen, lernen.

Oft ist es ein Mosaik von vielen kleinen Dingen, von denen man später bei anderen jüdischen Erwachsenen merkt: ja, das macht(e) unsere Kindheit aus. Und unser Zugehörigkeitsgefühl. Hier erkennen wir uns wieder, entweder als observant, oder aber auch als säkular. Natürlich sehen diese Mosaike dann individuell immer verschieden aus.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-01-26 14:28:33
Letzte Änderung am 2012-02-10 13:52:24


Beliebte Inhalte



Reinhard Göweil Frankreichs wirtschaftliche Probleme, die Kalamitäten Italiens und Spaniens, sowie die selbstgewählte Außenreiterrolle Großbritanniens machen...weiter

"Blind – oder nie mehr Sex?" ist das neue "Frucade oder Eierlikör?" – und auch sonst lehnte sich "Demokratie – Die Show" eher bei...weiter

 - © REUTERS Das Finale der Champions League wird auch ein Abschied sein, auch wenn dieser noch nicht offiziell ist. Doch es gilt als sicher, dass Didier Drogba...weiter

Noch hat es die Austria-Führung nicht ausgesprochen, doch die Entscheidung über die Zukunft von Ivica Vastic dürfte gefallen sein...weiter

Reinhard Göweil Griechenlands Austritt aus der Eurozone könnte bis zu 1000 Milliarden Euro kosten, befürchten britische Experten. Das wiederum würde die Eurozone...weiter




Werbung




Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren.

Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera. Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater.

20.05.2012: Auch beim G8-Gipfel führte kein Weg am Champions League-Finale vorbei. Jubel und Trauer lagen sichtbar nah beinand, v.l.n.r.: Der britische Premier David Cameron, US Präsident Barack Obama, deutsche Kanzlerin Angela Merkel, Kommissionspräsident José Manuel Barroso,, der französische PräsidentFracois Hollande (sitzend). Wien. (cra) Castingshows haben schon lange die Welt der Klassik erreicht: Zum vierten Mal diente der Auftakt der Wiener Festwochen als Austragungsort des Wettbewerbs "Eurovision Young Musicians." 
Im Bild: Emmanuel Tjeknavorian, der österreichische Teilnehmer des "Eurovision Young Musicians 2012".

Werbung