• vom 20.03.2012, 13:08 Uhr

Jüdisch leben

Update: 20.03.2012, 13:28 Uhr

Jdisch leben

Kinder!




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Seit damals schreibt die Kultusgemeinde Sicherheit groß. Längst verlässt man sich nicht nur mehr auf den Schutz durch die österreichische Polizei. Alle Objekte werden auch von eigenen Sicherheitskräften bewacht. Viele von ihnen kommen aus Israel, wurden in der Armee ausgebildet, sind erfahrenes Sicherheitspersonal.

Wer öfter zu Veranstaltungen in Räumlichkeiten der IKG kommt, weiß: Für die Sicherheitskontrolle sollte man nicht nur einen Personalausweis mitbringen, sondern auch ein bisschen Zeit einplanen. Manchmal sind viele Fragen zu beantworten, von Gemeindemitgliedern ebenso wie von nichtjüdischen Besuchern. Ja, das ist oft lästig, vor allem dann, wenn man doch ohnehin drei Mal die Woche in der Seitenstettengasse zu tun hat, aber neue Sicherheitskräfte ihren Dienst angetreten haben, die einen eben noch nicht kennen. Und nein, man hat auch dieses Mal keine Waffe zur Selbstverteidigung eingesteckt und es hat einem auch dieses Mal kein Fremder etwas mitgegeben. Alle Gegenstände in diesem Rucksack gehören mir. Wie immer.

Als das neue Gebäude der Zwi Perez Chajes-Schule im Prater, das nun im Verbund mit dem Elternheim Maimonides-Zentrum sowie dem Hakoah Sportklub den IKG-Campus bildet, eröffnet wurde, meinte auch so manches Gemeindemitglied: hohe Mauern, eine breite Sicherheitsschleuse: Ist das nicht zu viel? Wollen wir unsere Kinder wirklich derart abgeschottet aufwachsen lassen?

Die IKG Wien investiert heute rund ein Viertel ihres 12-Millionen-Euro-Jahresbudgets in die Sicherheit. Vielleicht gibt es in Wien wirklich keine akute Gefahr. Vielleicht ist es aber einfach besser, auf der Hut zu sein. Und Stärke zu demonstrieren. Dass ein Attentäter, so wie es aus Toulouse geschildert wurde, Kinder bis in das Schulgebäude hinein verfolgt und auf jeden schießt, den er sieht, kann in Wien nicht in der ZPC-Schule, aber auch nicht in den anderen jüdischen Schulen passieren. Dazu ist das Sicherheitsaufgebot zu groß. Und das ist gut so.

Die Beklemmungen, die Nachrichten wie jene aus Toulouse auslösen, sind allerdings durch kein Sicherheitspersonal der Welt in den Griff zu bekommen. Nun ist zu hoffen, dass es der französischen Exekutive rasch gelingt, den Täter zu fassen. Sollte er tatsächlich auch für die Anschläge auf Soldaten in der vergangenen Woche verantwortlich zeichnen, kommt einem die Weltsicht des Herrn Anders Brejvik in den Sinn. Man muss wohl immer auf der Hut sein.

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Dokument erstellt am 2012-03-20 13:09:33
Letzte nderung am 2012-03-20 13:28:00



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