
Die besondere Verbindung von Juden in der Diaspora zum Staat Israel, sie äußert sich nicht nur in häufigen Besuchen des Landes im Nahen Osten und im Verfolgen der Nachrichten aus Jerusalem. Diese Woche feiert Israel zum 64. Mal Jom Haatzmaut, den Unabhängigkeitstag, der an die Ausrufung des jüdischen Staates am 14. Mai 1948 erinnert – damals der fünfte Tag des jüdischen Monats Ijar. Heuer fällt dieses Datum im gregorianischen Kalender auf den 26. April. Und gefeiert wird dieser Tag nicht nur in Israel, sondern eben auch in der Diaspora.
In Wien wird auch heuer zu vielen Jom Haatzmaut-Feiern und –Events geladen. Sie alle vermitteln vor allem eines: israelisches Lebensgefühl. Und schüren damit eine gewisse Sehnsucht, die so viele Juden verspüren: die Sehnsucht, irgendwann einmal im Eretz Israel zu leben, der Heimat der Juden, dem sicheren Hafen, falls sich irgendwann irgendwo der Alptraum aus dem 20. Jahrhundert wiederholt, auch wenn dies derzeit niemand für wahrscheinlich hält.
"Showcase design in israel" nennt sich eine Austellung des Kulturpanels der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien (www.ikgkulturpanel.at), die gestern, Dienstag, Abend in den Räumlichkeiten von mood in der Schleifmühlgasse (www.moodwien.at) eröffnet wurde. Rund um den Unabhängigkeitstag bemüht sich das Kulturpanel jeweils, eine bestimmte Kulturfacette Israels in Wien darzustellen. Vergangenes Jahr ging es dabei unter dem Titel "Romane in & aus, wegen & trotz Israel jetzt" um Literatur. Heuer wird die lebendige Designszene Israels ins Schaufenster gestellt. Zu sehen bis 5. Mai, durchgeführt in Kooperation mit dem Dorotheum und mood.
Heute, Mittwoch, lädt die Misrachi am Judenplatz (www.misrachi.at) – die Misrachi ist eine orthodox-zionistische Bewegung – zunächst um 18.30 Uhr zu einem festlichen Gebet, danach zu Musik und Tanz und einem Wettbewerb: "Der beste Israel-Kurzfilm 2012". Am morgigen Donnerstag spielt zunächst Roman Grinberg (www.romangrinberg.com) nachmittags im Maimonides Zentrum (www.maimonides.at), dem Senioren- und Pflegeheim der IKG Wien, auf. Grinberg ist Leiter des Wiener Jüdischen Chors und hat sich durch seine Klezmer-Interpretationen, vor allem aber durch den Jiddisch-Jazz, mit dem er das Publikum stets mitreißt, einen Namen gemacht.
Abends gibt es dann den traditionellen Empfang des israelischen Botschafters in Wien, Aviv Shir-On, der in diesem Jahr zu einem Konzert ins Liechtenstein Museum lädt. Unter dem Motto "Musicians of Tomorrow" interpretieren die jungen Musiker Amit Amar (14), Genia Gerchikova (12), Dan Barak (13) und Erez Fogel (17) Werke von Mozart und anderen Komponisten.
Etwas lauter wird es dann ab 21 Uhr bei der "yom haatzmaut club night" zugehen, zu der die IKG in die Residenz Zögernitz in Wien-Döbling bittet. Mit einer "life DJ line" aus Israel soll hier vor allem ein junges Publikum angesprochen werden. Und so verwundert es nicht, dass vor allem die jüdischen Jugendorganisationen schon seit Tagen auf den verschiedensten Kanälen für diesen Event mobil machen. In Israel werden am Unabhängigkeitstag viele Fenster und Autos mit der Fahne des Landes geschmückt. Wen es in die Residenz Zögernitz zieht, der sollte folgendes, vom Veranstalter IKG ausgegebene Motto beherzigen: "dress a kind of blue & white!". Auf die kreativste Umsetzung dieses Dresscodes darf man bereits gespannt sein.
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