• vom 25.04.2014, 12:09 Uhr

Jüdisch leben

Update: 02.05.2014, 11:49 Uhr

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Tora für Kinder




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Von Alexia Weiss


    Alexia Weiss. - © Stanislav Jenis

    Alexia Weiss. © Stanislav Jenis

    Mit deutschsprachiger Literatur für Kinder ist das so eine Sache: Jahrzehnte lang wurde hier kaum etwas geschrieben, doch langsam kommt etwas in die Gänge. Dazu hat einerseits die Ungarin Linda Verö-Bán mit ihren "bien-e jid büchern" beigetragen, andererseits leistet der deutsche Ariella-Verlag hier wichtige Arbeit. Dieser konzentriert sich auf Bücher für jüdische Kinder – dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um Geschichten, in denen jüdische Kinder sich und ihren Alltag wiederfinden, wie etwa in dem Buch "Ein Pferd zu Channukka".

    Eine Lücke schließt der Ariella-Verlag nun mit dem eben erschienenen ersten Band einer deutschsprachigen Tora für Kinder (Bereschit – Am Anfang). Hanna Liss, Professorin für Bibelauslegung an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, und der Judaist Bruno Landthaler haben hier eine neue Übersetzung vorgelegt, die für Kinder geeignet ist, aber dennoch nahe am Original bleibt.

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    Jene Passagen, die kursiv gesetzt wurden, kann man auslassen, wenn man kleinen Kindern aus dieser Tora vorträgt – was ich persönlich eine grandiose Idee finde. Viele Geschichten machen sensibleren Kindern schlicht Angst: durch die Kennzeichnung wird es Eltern leichter gemacht, ihren Töchtern und Söhnen die alten Texte freudvoll zu vermitteln. Dazu tragen auch die bunten Illustrationen des Israelis Darius Gilmont bei.
    Dieser Idee entsprechend ist der Titel der neuen Ausgabe Programm: "Erzähl es deinen Kindern – Die Torah in fünf Bänden". Die Folgebände sollen nun in Halbjahresabständen erscheinen.

    Bereits vor dem Erscheinen in Buchform haben sich die beiden Autoren mit einem Online-Projekt den Tora-Texten kindgerecht genähert: "Parascha - Die jüdische Bibel" nennt sich dieses, das Texte in zwei Versionen anbietet, einmal für Kinder im Volksschulalter und einmal für ältere Kinder und Jugendliche. Auf dieser Seite findet sich bereits eine Fülle von Texten, die man online abrufen – und dabei einen Eindruck erhalten kann, wie sich die neue Tora-Ausgabe in Buchform liest.

    Neuerscheinungen wie diese kann man einerseits als Beweis des viel bemühten neuen jüdischen Selbstbewusstseins interpretieren. Wenn man das weiterdenkt, heißt das aber: wir sind da, wir bleiben da und Deutsch ist unsere Sprache. Und damit schließt man doch endlich wieder an die Vorkriegszeit an.




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2014-04-25 12:09:29
    Letzte nderung am 2014-05-02 11:49:00



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